Centauren heißen in der griech. Mythologie Dämonen, die ursprünglich in Wolken, in Waldbächen und Bergströmen, dann überhaupt in Wald und Gebirge hausen. Nach Pindar zeugte Ixion mit der Nephele (der Wolke) den Kentauros und letzterer mit magnesischen Stuten auf dem Pelion die übrigen C. (Hippocentauren). Von ihren Kämpfen werden namentlich zwei erwähnt: der mit den Lapithen bei der Hochzeit des Peirithoos und der mit Herakles bei dem Centauren Pholos. Anfangs (3. B. nach Pausanias an der Lade des Kypselos) wurden sie mit einem menschlichen Oberkörper, dem ein Roßleib ohne Vorderfüße angewachsen war, dargestellt, während auf spätern Darstellungen der Körper von den Hüften ab in einen vierfüßigen Roßleib überging. Mit der Zeit wurden sie wegen ihrer Ahnlichkeit mit den Satyrn und ihrer Vorliebe für den Wein mit dem bacchischen Kultus in Verbindung gebracht; aber hier erscheinen sie nicht mehr in ihrer ursprünglichen Wildheit, sondern als gebändigt durch die Macht des Bacchus. Auch finden sich auf den Kunstdenkmälern männliche und weibliche C. Der Kampf der C. (Kentauromachie) mit den Lapithen war einer der beliebtesten Gegenstände der attischen Malerei und Skulptur. Zahlreiche Darstellungen von C. sind noch mehr oder weniger vollständig erhalten, wie die größtenteils nach London gebrachten Metopen vom Parthenon in Athen, die am Theseion in Athen, der Fries vom Apollotempel zu Bassä (s. d., jetzt in London), die hintere Giebelgruppe vom Zeustempel in Olympia.