Chiron (grch. Cheiron), einer der Centauren, Sohn des Kronos und der Philyra, welche jener in der Gestalt eines Rosses umarmte, ward so Roßmensch, gleich den andern Centauren (s. d.). Aber im Gegensatze zu diesen, deren Wildheit besonders im Zustande der Trunkenheit hervorgehoben wird, war C., der bei Homer der gerechteste der Centauren heißt, ausgezeichnet durch große Weisheit und tiefe Kenntnisse, namentlich in der Arzneikunde, so- wie durch seinen freundlichen, asen, 26 Sinn. Er war Lehrer des Asklepios, Jason, Achilles u. a., Lehrer und Freund des Peleus, den er aus den Händen der Centauren errettete, dem er zum Besitz der Thetis verhalf und die wunderbare Lanze schenkte, mit der später Peleus' Sohn Achilles den Serante⸗ verwundete und heilte. Beim Kampfe des Herakles mit den Centauren ward er von jenem mit einem giftigen Pfeile verwundet. Da die Wunde unheilbar war, verzichtete er zu Gunsten des Prometheus auf die Unsterblichkeit. Zeus versetzte ihn unter die Sterne. Seine Gemahlin war Nais oder Chariklo. Unter dem Namen des C. befand sich in den dem Hesiod beigelegten Gedichten eine Sammlung von Weisheitssprüchen, mit denen C. den jungen Achilles unterwiesen haben sollte. Die erhaltenen Fragmente dieser Sprüche stehen in den Ausgaben Hesiods und in Kinkels Epicorum Graecorum fragmentav (Lpz. 1877).