Centifolie, eine Rosenart, deren Name eine Rose mit hundert, d. h. zahlreichen Blumenblättern bedeutet. In demselben Sinne sprechen die Griechen von einer 60blätterigen Rose. Die C. ist wahrscheinlich nicht die Centikolia der Alten, sondern eine erst später in der europ. Türkei oder in Frankreich aus der Essigrose (Rosa gallica) entstandene Kulturform. Sie ist durch folgende Merkmale gelennzeichnet: stärkere und schwächere Stacheln gemischt, die größern gekrümmt, die zartern mehr borstenartig, in balsamisches Harz absondernde Drüsen übergehend oder vielleicht selbst aus Drüsen abeleitet, Blumen von mehr oder weniger kugeligem au. Frucht eirund, die Früchtchen im Kelchgrunde ungestielt. Gekreuzt mit andern Arten der Gattung Rosa hat die C. mehrere schöne und interessante Blendlinge erzeugt. Die wichtigern derselben sind folgende: die Provencer Rose (R. provincialis, franz. Rose de Provence, engl. Cabbage Rose), deren Blütenstiele mit drüsigen Borsten dicht besetzt sind. Abgesehen von zahlreichen Farbenvarietäten zählen zu ihr das Burgunderröschen (R. parvifolia) mit dunkeln, das Champagnerröschen (N. pulchella) mit Uweipen das Dijonröschen (R. divionensis) mit fast weißen Blumen. Ein anderer wichtiger Blendling ist die Moosrose (R. muscosa), bei welcher die Drüsenborsten des Blütenstiels, des Fruchtbechers und des Kelchs moosartig verbreitert sind. Auch von dieser Form befinden sich in den Gärten zahlreiche Varietäten. Man vermehrt die C. mit ihren Formen durch Ableger. (Vgl. Rose.)