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PflanzenreichBrockhaus 1882

Crassüla, Dickblatt, Dickpflanze, nannte [! Linné eine Gattung dick⸗ und saftigblätteriger Ge-l —5 aus der nach benannten Familie der Crassulaceen. Ihre fast ämtlich am Kap der Guten Hoffnung heimischen Arten sind Sträucher oder ausdauernde Kräuter mit gegen⸗ oder kreuzständigen. oft verwachsenen, bald breiten planen⸗, bald schmalen pfriemenförmigen, bald lineal-lanzettförmigen Blättern und trugdoldig oder rispig angeordneten, selten einzeln in den Blattachseln stehenden Blüten, welche aus einem fünfblätterigen Kelch, einer fiu blätterigen Blumenkrone und perigynischen Staubefäßen und ebenso vielen getrennten Stengeln betehen. Letztere verwandeln 1 mehrsamige Balgselten gelb. Mehrere Arten von C. werden als Ziergewächse kultiviert; sie verlangen dieselbe Behand⸗ — wie die Arten der Gattung Cotyledon (s. d.). rassus ist der Zuname mehrerer altröm. Familien, unter denen ein Zweig des alten plebejischen Geschlechts der Licinii die bekannteste ist. — Lucius Licinius C., geb. 140 v. Chr., berühmt als Redner, war mit Quintus Mucius Scävola 95 v. Chr. ueische Das von ihnen beantragte Licinisch-Mucische Rdese welches allen, die nicht [! das volle Bürgerrecht besaßen, aufs strengste verbot, die Bundesgenossen und beförderte den Ausbruch des Bundesgenossenkriegs. Als Censor schritt er 92 mit seinem Kollegen gegen die damals neuen Schulen der lat. Rhetoren ein. Er starb noch im N. 91 nach einem heftigen Streit im Senat mit dem Konsul Lucius Marcius Philippus, der aus Anlaß der im konservativen üöuns M. eingebrachten Gesetzesvorschläge des Tribuns Marcus Livius Drusus den Senat öffentlich beschimpft und bedroht hatte. Durch Cicero sind einzelne Stellen aus seinen Reden erhalten (gesammelt in Meyers Oratorium fragmentap). Vgl. Otte, De Lucio Lieinio Crassoy (Lpz. 1873). Mareus Licinius C., wie mehrere seiner Ahnen Dives, d. i. der Reiche, benannt, der Triumvir, eb. vor 115 v. Chr., flüchtete vor der Marianischen zartei 85 nach Spanien und Him 83 zu Sulla, als dieser in Italien gelandet war. Unter ihm acren er sich als Legat aus, namentlich in der chlacht, die gegen die Samniter vor den Thoren Roms geliefert wurde. Als Prätor besiegte er 71 den Spartacus (s. d.), den Anführer der empörten Sklaven, in Lucanien. Im if den er Jahre ward er Konsul mit Pompejus, auf den er schon lange eifersüchtig war und der jetzt sich das Verdienst zuschrieb, den Sklavenkrieg beendigt zu haben. Dagegen schloß sich C. immer enger an Cäsar an, der die Freundaft des reichsten Römers für seine Gaund zu ätzen und zu benutzen wußte. Den Grund zu seinem Reichtume, den er fortwährend durch alle Mittel, auch unehrenhafte, vermehrte, hatte C., dessen väterliches Vermögen durch die Marianer geschwunden war, durch Güterkäufe bei Gelegenheit der Sullanischen Proskriptionen gelegt. Nach seinem Konsulat, n ewir essen er das Volk einmal an 10000 Tischen bewirtete und ihm auf drei Monate Getreide austeilen ließ, lebte er lange nur mit der Verwaltung seines Vermögens beschäftigt, das zuletzt nach Plukarch 7000 Talente lungefähr 30 Mill. Mark) überstieg; Plinius schätzt seinen Besitz auf 200 Mill, Sesterzien (35 Mill. Mark). Im J. 65 war er Censor mit Gajus Lutatius Catulus; ihre Uneinigkeit bewirkte aber, daß sie keinen Census hielten und ihr Amt niederlegten. Cäsar, mit dem er gemeinsam in den Verdacht der Teilnahme an Catilinas Verschwörung kam, söhnte ihn im J. 60 mit Pompejus aus, und so entstand das sog. erste Triumvirat. Im J. 56 ward der Bund zu Lucca erneuert. Im folgenden Jahre bekleidete C. mit Pompejus das Konsulat, und das von dem Volkstribun Trebonius eingebrachte Gesetz gab den beiden Konsuln Provinzen auf fünf Jahre. C. ging noch vor Ablauf seines Amtsjahrs in das ihm zu-Lurenoun Syrien, von wo aus er die Parther, die ereits mit dem von Rom abhängigen Armenien den Kampf begonnen 3apalc bekriegen wollte. Nach einem Einfalle in Mesopotamien, das sich größtenteils unterwarf, kehrte er im J. 54 nach Syrien zurück, wo er Städte und Tempel, darunter auch den zu Jerusalem ausraubte. Im J. 53 ging er mit seben Legionen, 4000 Reitern und ebenso viel Leichtbewaffneten wieder über den Euphrat. Der Partherkönig Orodes übertrug den Krieg gegen C. einem Vezier Surenas, während er selbst gegen rtavasdes, den König von Armenien, zog, der vergeblich den C. aufforderte, die röm. Macht mit der seinen zu verbinden. Auch den Rat seines Quästors Cassius (s. d.), den Euphrat herab gegen Seleucia zu ziehen, verschmähte C., und folgte der verräterischen Führung des arab. Fürsten Abgaros durch die Wüste. Hier erwarteten ihn die Parther. Bei Mömer Balissos (jetzt Belik) kam es zu einer ur die Römer verderblichen Schlacht, in welcher es C. Sohn, Publius, fiel, der in Gallien unter Cäsar ausgezeichnet hatte. C. trat den Rückzug an nach der Stadt Karrhä, brach aber bald wieder auf und sein Unterfeldherr Octavius hatte schon Sinnaka erreicht, das nur noch einen Tagemarsch von den sichernden Höhen Armeniens entfernt war, und von da aus den durch den Führer irregeleiteten Oberfeldherrn befreit; allein wider seine bessere Einsicht von seinem Heere dazu gezwungen. folgte C. der Einladung des Surenas zu einem Gespräche, während dessen er getötet wurde. Cassius war schon vorher mit 500 Reitern nach Syrien entkommen; die übrigen Römer wurden größtenteils getötet, oder zu Gefangenen gemacht. Eine noch erhaltene Biographie des C. schrieb lutarch.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 660Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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