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Sport & SpielBrockhaus 1882

Centralpunkte m Emn hinziehe. Dabei sei .* angenommen, daß der Körper ursprünglich einen nach a b gerichteten Stoß erhalten habe. Um die Betrachtung zu vereinfachen, kann man sich auch ermißt, sind unter K aufzusuchen. vorstellen, die kontinuierliche Centripetalkraft wirke stoßweise und wiederhole nach unendlich kleinen und gleichen Zeittelchen ihre Wirkung. Sucht nun im ersten Zeitteilchen die Centripetalkraft den Körper von a bis c und der seitwärts gerichtete Stoß von a bis b zu bringen, so wird der Körper die Diagonale a d des Kräftenparallelogramms abed beschreiben. Im zweiten Zeitteilchen würde der Körper, vermöge der Trägheit, den Weg de gleich a d zurücklegen, wenn ihn nicht die aniehende Kraft blaust daß von d nachef zu bringen suchte; er durchläuft daher den Weg dig u. s. w. Die Bahn würde daher eine gebrochene Linie vorstel—⸗ len, welche den in Wirklichkeit krummlinig ist, weil die anziehende Kraft nicht stößweise, sondern stetig wirkt. Wenn die Centripetalkraft in einem bestimm—⸗ ten Moment zu wirken aufhörte, so würde der bis dahin in krummer Linie sich bewegende Körper, nach dem Gesetze der Trägheit, in tangentialer Richtung, also in gerader Linie sich fortbewegen und sich mithin vom Anziehungsmittelpunkte entfernen. Diese in jedem Punkte der Bahn längs der Tangente vermöge der Trägheit auftretende Bewegungsgröße, sowie auch die ursprünglich seitlich wirkende Stoßkraft, 25 zt Tangentialkraft. Die Form der Centralbahn hängt von dem gegenseitigen Verhältnis der Centripetal- und Tangentialkraft ab. Die C. entsteht also dadurch, daß die tangentiale, nur durch die Trägheit bedingte Bewegung sich für jedes Zeitteilchen mit der Centripetalkraft kombiniert und so den Körper, der stets tangential fortzufliegen strebt, wieder in die krumme Bahn zurückführt. Wenn der kreisende Körper nicht frei beweglich ist, sondern mit dem Centralpunkte seiner Bahn in fester Verbindung ist, wie z. B. ein mittels Schnur geschwungener Stein, ein an Speichen rasch rotierender Radkranz u. dgl. m., so tritt die Kohäsion dieser festen Verbindung an die Stelle der Centripetalkraft. Der im Kreise herumgeschwungene Stein strebt stets in tangentialerRichtung aus seiner krummlinigen Bahn fortzufliegen und wird daran nur durch die Festigkeit der Schnur gehindert, welche ihn kontinuierlich in die Kreisbahn zurückzieht. Infolge dessen erleidet aber die Schnur eine Spannung, welche gleich ist der Centripetalkraft, welche auf den Stein wirken müßte, wenn er ohne die Schnur frei um den festen Mittelpunkt kreisen sollte. Die Kraft nun, mit welcher der im Kreise geschwungene, den Mittelpunkt fliehende Stein die Schnur spannt, nennt man Centrifugalkraft (. d.). Diese ist an Größe lbent der Centripetalkraft, an Richtung jedoch derselben direkt entgegengesetzt. l Die Gesetze über die Größe der Centrifugalkraft lassen sich experimentell nachweisen; sie gelten auch für die Größe der Centripetalkraft. Die Gesetze der C. wurden (1682) von Newton vollständig abgeleitet e und dazu verwertet, um die Gesetze der Planetenbewegung theoretisch aufzufinden und aus den Kep-l lerschen Erfahrungsgesetzen die Gesetze der allge-Hi meinen Schwere oder Gravitation (s. d.) zu dedu zieren. Hierbei leisteten Galileis Gesetze über die Schwere, Trägheit und den Wurf (1602) vorzügliche f Dienste, indem sich ja der Wurf (s. d.) von der C. x wesentlich nur dadurch unterscheidet, daß bei jenem die Richtungen der Schwerkraft an jedem Punkte t der Bahn zueinander parallel bleiben, während sie bei der C. miteinander Winkel bilden, d. h. mit s andern Worten, beim Wurfe verschwindet die Bahn-e länge gegen den Erdhalbmesser, während bei der C.. die Bahnlänge beträchtlich gegen den Radiusvector oder Leitstrahl, d. i. gegen den Abstand des bewegten Körpers vom Anziehungs- oder Centralpunkte, ist. Beim Wurfe ist die anziehende Kraft die irdische Schwere, während bei der C. die allgemeine Schwere oder Gravitation als Centripetalkraft auftritt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 123Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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