FeedCenturipe
ErdkundeBrockhaus 1882

Centuripe (bis vor kurzem Centorbi; im Altertum Centuripa), Stadt in der sicil. Provinz Catania, Bezirk Nicosia, 36 km im SO. von der letztern Stadt, 8 km nördlich von der Station Catenanuova der Eisenbahn Aragona-Caldare-Catania, liegt in 733 m Höhe auf dem schmalen Joch einer hohen, Eimet zugänglichen Berggruppe, welche die Flüsse Simeto und Ciamosoro von der Basis des Atna trennt. Tiefe Abgründe +* schneiden die Stadt, welche (1881) 8711, a Gemeinde 8897 E. zählt. Die zu C. gehörenden Rinaz liefern das beste Getreide Siciliens, sowie Histazien, Süßholz, Gemüse; auch Soda und Schwefel, aus einer der Hauptgruben Siciliens, und endlich Marmor kommen in den Handel. C. wurde von den Siculern gegründet; Thucydides und Cicero erwähnen ihrer als einer großen und sehr reichen Stadt; 1233 wurde sie durch Kaiser ++* II. zerstört und ihre Bewohner nach Augusta verpflanzt, 1548 aber wieder aufgebaut. Von antiken Resten sind noch solche der mächtigen Stadtmauer, zahlreiche Fundamente und Cisternen, auch noch Säulenstücke vorhanden; der Palast des Corradini scheint der Rest eines röm. Tempels zu sein. Bei C. werden viele alte Vasen, Thonfiguren, Gemmen und Kameen, silberne und bronzene Münzen u. s. w. gefunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 133Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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