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ErdkundeBrockhaus 1882

Caltagirone, Calatagirone, Stadt und Bischofssiß auf Sicilien in der ital. Provinz Catania, 66 kKm im SW. von Catania und 42 Kkm im SO. von Caltanisetta, in fruchtbarer Gegend, 6146m deil auf zwei durch eine Brücke verbundenen, sehr teilen Anhöhen gelegen. C. genießt den Ruf der bestgebauten und reichsten Landstadt Siciliens mit den civilisiertesten Bewohnern. Sie hat reinliche, breite, gut gepflasterte Straßen, eine Akademie (Gelehrtenschule), ein Lyceum und ein Gymnasium, ein naturwissenschaftliches Museum, und außer dem Dome noch 11 andere Kirchen, ein Waisenhaus, ein weicte viel ein Hospiz. Sie hat (1881) 32323 C., welche viel Handel und Gewerbe treiben und naneist 7½½• Fabriken für kleine Terracotten (meist sicil. 7½ guren) unterhalten. Bemerkenswert sind die Casa-Communale auf antikem Unterbau, mit dor. Corniche und korinth. Säulen, eine zur Oberstadt führende, 1506 gebaute steinerne Treppe von 155 Stufen; der Englische Garten, das elegante Theater, die Reste einer Wasserleitung und ein unterirdischer, in den Fels gehauener alter Weg. Die bei Nachgrabungen gefundenen Mosaiken, Vasen u. dgl. weisen auf eine uralte Stadt in diefer Gegend der Montes Heraei zurück. Der baben fie der Stadt ist unbekannt; im 8. Jahrh. haben sie die Sarazenen erobert, welche sie nach einem ihrer Führer, der die Stadt mit Mauern umgab +½n nannten, und durch die Genueser, wie diese bald von dem normann. Grafen Roger, vertrieben wurden. Unfern auf hohem Felsen die Kirche des Klosters der Sta.⸗Maria di Gesso.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 855Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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