Acireale, Stadt an der Ostküste Siciliens, Hauptort eines Bezirks der Provinz Catania, am südöstl. Fuße des Atna, an der Mündung des von diesem herabkommenden Flüßchens Aci, das hier einen kleinen Hafen bildet, und an der Eisenbahn Messina-Siracusa, 14 km nordnordöstlich von Catania. Die Stadt liegt 160 m über dem Meere auf einer ungeheuern Masse basaltischer Lava, hat ein Gymnasium, eine technische Schule, eine an sicil. Münzen sehr reiche Münzsammlung des Barons Pennisi, breite Straßen, regelmäßige Plätze, hohe Thürme, aus Lava erbaute Häuser und zählt (1878) 38053 E., die Seidenstoffe, Leinen⸗ und Baumwollgewebe, Messer und Scheren fabrizieren und nicht unbedeutenden Flachs- und Getreidehandel treiben. Warme Bäder (Terme di 8. Venera) und Seebäder ziehen viele Fremde herbei. Die üppigste Hreneve der wilden, zerrissenen Felsengegend, Reste von Wasserleitungen und die Aussicht auf das Meer machen den Küstenweg nordwärts nach Taormina zu einem der interessantesten für Landschaftsmaler. Bei A. sind die Höhle des am HDiehre⸗ die Grotte der Galatea (s. Acis), und im Meere die sieben merkwürdigen Basaltklippen, Scogli dei Ciclopi, auch Faraglioni genannt, von denen die höchste über 60 m aufsteigt. Aeis (grch. Akis), ein Sohn des Pan (lat. Faunus) und der Nymphe 2. Dieann Tochter des Flusses Symäthus, liebte die Nymphe Galatea (. d.) und wurde von seinem Nebenbuhler, dem Cyklopen Polyphem, mit einem Felsstück des Atna erschlagen. Galatea verwandelte das unter dem Felsstück hervorquellende Blut des Geliebten in den vom Atna ins Meer sich ergießenden Fluß A., jetzt Aci. Der Mythus von A. ist sicil. Ursprungs und mehrfach von sicil. Dichtern, später von Ovid in seinen Metamorphosen » behandelt worden.