Chaconne oder Ciaconne heißt ein früher in Italien, Spanien und Frankreich üblicher, jetzt veralteter Tanz, meist im Dreivierteltakt geschrieben und in einer Bewegung gleich der des alten Menuett, nur ein wenig langsamer. Die Melodien der C. zeichnen sich durch einen sehr fühlbaren Rhythmus aus, und man muß deshalb beim Vortrage genau Rücksicht nehmen auf die bestimmten wiederkehrenden Accente. Meistens besteht das Musikstück aus einem sehr kurzen Thema, das in allerhand Variationen und Verzierungen immer wiederkehrt; die Bässe bleiben sowie das Accompagnement vom Anfang bis ans Ende dieselben. alten Opern oder Balletten erscheint die C. oft als Finalsatz, und zwar ganz in der angegebenen den Die C. stammt aus Spanien, und zwar aus dem Lande der Basken, in deren Sprache chocuna artig, niedlich bedeutet. Ursprünglich Volkstanz und vielleicht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. aufgekommen, wurde die C. zur Zeit Ludwigs XIV. zum Kunsttanz umgewandelt; ihre Umbildung als eine Form der Kammermusikist wahrscheinlich erst im 18. Jahrh. vollendet worden.