FeedChaibar
ErdkundeBrockhaus 1882

Chaibar ist der Name eines Bezirks in Hidschäz, in welchem sich im 7. Jahrh. jüdische, wahrscheinlich damals schon ziemlich alte Niederlassungen befanden. R. Burton gibt die Lage als 80 engl. Meilen ( 128 km) nordnordöstlich von Medina entfernt an. Der (ursprünglich hebräische) Name bedeutet „Verbindung, Associationv, nicht Schloß oder Schlösser, wie die arab. Schriftsteller angeben, wenn es auch sicher ist, daß sich dort eine Anzahl (lacht) von festen Schlössern befand, welche geeignet waren, die jüd. Ansiedler gegen die ihnen doch mehr oder weniger hr wiiche gesinnten Araber zu schützen. Gegen die sehr reiche jüd. Bevölkerung von C. unternahm Mohammed im ersten Monat des siebenten Jahres der Flucht (d. i. Mai 628) einen siegreichen Feldzug. Sechs der festen Schlösser wurden von den rabern estürmt, zwei öffneten nach tapferer Verteidigung 90 Thore unter der Bedingung freien Abzugs für ihre Mannschaft. Die Araber machten die reichste eute, von der der größte Teil dem Propheten zufiel, der überdies noch fur sich die im Schloß Kamüß mit erbeutete (noch nicht 17jährige) Jüdin Ssafija nahm, welche er, nachdem er sie zum Islam bekehrt hatte, heiratete, und welche eine zärtliche Gattin des Propheten wurde. Eine andere Jüdin, Namens Zainab, die einen ihrer Oheime bei der Eroberung C.s verloren Proi und die Ihrigen rächen wollte, reichte dem Propheten, den sie bewirtete, einen vergifteten Lammsbraten, von dem er zwar aß, aber den ersten 9— 7 wieder ausspie. Noch in seiner Sterbestunde soll er zur Schwester eines seiner Tischgenossen, welcher von diesem Braten gegessen haber und sogleich infolge des Giftes starb, gesagt haben: „In dieser Stunde fühle ich, wie mir die Herzader von dem Bissen zerspringt, den ich mit deinem Bruder in C. genommen.v spässe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 159Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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