Cham (Ameédée de Nos, genannt), franz. Karikaturzeichner, geb. 26. Jan. 1819 zu Paris, Sohn des Grafen Noé. Er erhielt seinen ersten Unterricht bei Paul Delaroche, trat sodann in das Atelier von Charlet und entwickelte unter dem Einflusse des letztern sein Talent für groteske Zeichnung. Im J. 1842 erschienen von ihm die ersten Karikaturen unter dem Pseudonym «Chamv. Seirdem lieferte er für Almanache, namentlich für den Almanac prophétiquen, für das 4Musée Phili-⸗ ponv, vorzüglich aber Hei den Charivario eine Menge von komischen Zeichnungen, Skizzen und Scenen, die später meistens als Albums gesammelt wurden. C.s Karikaturen sind beißende und ergötzliche Satiren auf lächerliche Erscheinungen der Mode, Litteratur, Kunst und Gesells chaft. C. hat auch eine Anzahl Operntexte und Vaudevilles verfaßt. Er starb 5. Sept. 1879 zu Paris. Ehamäde, vom ital. chiamata, d. i. Ruf oder Schrei, heißt ein gewisses Zeichen mit der Trommel, welches der Belagerte dem Belagerer gibt, um anzuzeigen, daß er zu kapitulieren wünsche, daher der Ausdruck: Chamade schlagen, für: Nachgiebigkeit zeigen. 7* neuerer Zeit steckt der Belagerte zu diesem Zweck eine weiße ahne auf.