Chaumette (Pierre Gaspard), Fanatiker der Französischen Revolution, geb. 24. Mai 1763 zu Nevers, war der Sohn eines Schuhmachers. Er hatte wissenschaftliche Studien gemacht, war dann in Seedienste getreten und befand sich zur Zeit der Revolution zu Paris als Schreiber eines Advokaten. Hier wurde er Mitarbeiter an Prudhommes Zeitune „Les Révolutions de Pariso und trat in Verbindung mit Camille Desmoulins. Bei den Crcessen und Greuelthaten vom Aug. und Sept. 17092 wirkte er in erster Linie mit. Sein Sansculottismus hatte ihm bereits ein solches Ansehen verschafft, daß er damals an Manuels Stelle zum Prokurator der Gemeinde von Paris ernanntwurde. Er nahm jetzt den Vornamen Anaxagoras an, weil, wie er erklärte, das ein Heiliger gewesen, der für seinen Republikanismus gehängt sei. Die Errichtung des Revolutionstribunals, die Bildung einer Revolutionsarmee, das Gesetz gegen die Verdächtigen, die Hinrichtung der Königin u. a. waren mit sein Werk. C. gehörte zur Partei der Hĩbertisten und betrieb vor andern die Einführung des Kultus der Vernunft. Nach dem ersten Feste dieser Göttin schlug C. dem Konvent vor, Notre-Dame in einen Tempel der Vernunft zu verwandeln, was auch durch Chabots Bemühungen erreicht wurde (Nov. 1793). Der Sturz Héberts durch Robespierre ward auch C. verderblich. Zwar rettete 1 zunächst seine Popularität bei der Commune, bald aber ward auch er verhaftet, der Verschwörung gegen den Konvent beschuldigt und 13. April 1794 hingerichtet.