Chambers (William und Robert), zwei als Verfasser, Herausgeber und Verleger gemeinnütziger Schriften verdiente Buchhändler in Edinburgh, wurden zu Peebles am Tweed, und zwar William am 16. April 1800, Robert 10. Juli 1802 geboren. Nach bestandener Buche eröffnete William 1819 in Edinburgh einen Bücherhandel für eigene Rechnung; Robert folgte ihm auf gleichem Wege, und als sie 1832 ihre bisher getrennten Unternehmunen vereinigten, zählten sie bereits zu den ersten Buchdändlern Edinburghs. Schon mehrere Jahre früher waren sie durch eigene litterarische Erzeugnisse bekannt geworden. Um 1821 begann William, der auch eine kleine Druckerei angelegt hatte, Flugblätter zu veröffentlichen, die zum Teil von ihm selbst, zum Teil von seinem Bruder verfaßt waren und 1822 als Zeitschrift unter dem Tite „(Kaleidoscopen u. Miober Ein bedeutenderes Werk waren die von Robert gesammelten Traditions of Edinburghe (1824), die ihm die ichenen Sir Walter Scotts erwarben. Hierauf erschienen Pie-TPopular rhymes of Scotlandy (1826), sein Picture of Scotland (2 Bde., 1827) und Ilistories of the rebellions in Scotland, and life of James I.5 (5 Bde., 1828—30), ein Buch, das histor. Wert mit dem Reiz romantischer Darstellung verbindet; ferner die Biography of distinguished Scotsmeno (4 Bde., 1832) und «Scottish ballads and songso (3 Bde.). William gab 1827 das (Book of Scotland heraus, in welchem die dem Lande eigentümlichen öffentlichen Einrichtungen geschildert werden, und 1828 den „Gazetteéer of Scotlando, eine ebenso verdienstvolle als mühsame Arbeit. Im Febr. 1832 gründeten beide Brüder „Chambers's Edinburgh Böurnal', eine Zeitschrift sich Unterhaltung und Belehrung. Ferner veröffentichten sie eine Reihe von wiederholtin neuenAuflagen erschienenen Sammelwerken: Information for the peopler (2 Bde., 1842); „Cyclopaedia of English lireraturep (2 Bde., 1813—44), eine mit vielem Fleiß zusammengestellte Übersicht der Entwickelung der engl. Sprache und Litteratur von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart; „Miscellany of useful and entertaining tractso (20 Bde.); Papers for (150 Bde.), aus Lehrbüchern für den Elementarunterricht bestehend, worunter auch mehrere lat. Klassiker, von Zumpt in Berlin und dem Rektor der Hochschule in Edinburgh, Dr. Schmitz, bearbeitet; endlich Chambers's Encyclopaediav (10 Bde., rmißt, sind unter K aufzusuchen. 1860—68: neue Aufl. 1874—79), eine Nachbildung des Brockhausschen Conversations-Lexikonv. Oftere von William C. nach dem Kontinent und nach Amerika unternommene Ausflüge beschrieb er in der Tour in Holland and the Rhine countriesv (1839), KThings as they are in Americas (1854) und American slavery and colour (1857). Später veröffentlichte er die History of Peeblesshiren (1864), France, its history and revolutions (1871) und Ailie Gilroy, a Scottish storyn (187²½). Robert beschäftigte sich viel mit geolog. Studien, deren Resultate er in einem auf orgfältige Beobachtungen gegründeten Werke: On ancient seamarginsy (1848) niederlegte. Eine Reise nach den nordischen Gewässern gab zu den «Tracings of Lceland and the Faroe Islandso (1855) Anlaß, später kehrte er in den Domestic annals of Scotlandy (3 Bde., 1859—61) und dem (Book of dayso (2Bde., 1862—63) zu seinen frühern histor.⸗archäol. Untersuchungen zurück. Vortrefflich ist seine Biographie des Dichters R. Burns: Lifeè and worlts f Robert Burnso (4 Bde., Lond. 1857). Im J. 1863 wurde er zur Anerkennung seiner Verdienste von der Universität St.⸗Andrews zum Ehrendoktor der Rechte ernannt, eine Auszeichnung, welche 1872 auch William seitens der Universität Edinburgh zuteil wurde. William bekleidete außerdem zweimal das Amt des Lord Provost von Edinburgh (1865—69). Seiner Vaterstadt Peebles schenkte William C. 1859 ein schönes Gebäude mit einem Museum, Lesesälen und einer Bibliothek von 15000 Bänden. Der Landsitz Glenormiston in der Nähe von Peebles ist Et. Eigentum. Nach dem am 17. März 1871 in St.⸗Andrews erfolgten Tode Roberts gab William Memoir of Robert C., with autobiographic reminiscencess (1872) heraus. In neuester Zeit ließ C. auch die dem Verfall nahe Kathedrale St.⸗Giles zu Edinburgh auf eigene Kosten restaurieren.