FeedChampagne (Campania)
ErdkundeBrockhaus 1882

Champagne (Campania), ehemalige franz. Provinz, war nördlich von Lüttich und Luxemburg, östlich von Lothringen und der Franche Comté, südlich von Burgund, westlich von Orléanais, Isle de France und der Picardie begrenzt. Aus ihr wurden die Depart. Ardennen, Marne, Aube und Obermarne gebildet und einzelne Teile 9 den Depart. Seine-Marne, Aisne, Maas und onne geschlagen. Die Provinz hatte zur Haupttadt Troyes und mit der Principauté de Sedan ein Areal von 30 745 qkm. Sie zerfiel in die obere und niedere C. und umfaßte das Rémois, Pertois, Retelois, Vallage, Bassigny, Senonais und die Brie champenoise. Der östl. Teil, im Bereiche des Denntt Depart. Marne und des nördl. Teils des epart. Aube, bildet eine wellenförmige Ebene von 100—190 m Höhe, mit einem Boden, dessen kreidige Felsunterlage vielfältig zu Tage tritt und überall nur mit dünner Ackerkrume bedeckt ist. Nur spärliche Gehölze, Rebenpflanzungen, Getreideelder und einzelne Weiler beleben das eintönige ild der meist zu Viehtriften benutzten Flächen und haben den dürrsten und magersten Gegenden an der Marne und Aisne den Namen der Champagne Pouilleuse zugezogen. Angenehm kontrastiert mit der Ode der einförmigen Platten das Bild der östlich sanft und westlich schroff eingeschnittenen Thäler, wie das des ganzen westl. Teils. Hier in den Thalfurchen der Aisne, Marne, Aube und Seine, wie dort in den Gegenden westlich von Epernay, unterstützt eine dickere Humusrinde eine reichere Vegetation. Zahlreiche meidenn dichtgedrängte Ortschaften, lachende Getreidefluren, Wein⸗ und Obstgärten schmücken die Landschaft, deren Reichtümer an köstlichstem Wein und den ausgezeichnetsten Flintensteinen einen Weltruf erlangt haben. Seit dem 11. Jahrh. hatte die C. eigene Grafen, die Vasallen der fränk. Krone waren. Durch die Vermählung König Philipps IV. mit Johanna, der Erbin des Königreichs Navarra, der C. und Brie, kam sie 1284 an Frankreich, worauf sie 1328 durch Philipp VI. diesem Reiche einverleibt wurde. Vgl. Arbois de Jubainville, Hlistoire des ducs et des comtes de C.v (7 Bde., Par. 1859—69).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 174Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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