Champigny, Dorf mit 2813 E., etwa 8 kmeostsüdöstlich von Paris, an der Marne gelegen, über welche hier eine Brücke führt, war mit seiner Umegend 30. Nov. und 2. Dez. 1870 der Schauplatz ange dauernder und blutiger Gefechte. General Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. Trochu, Gouverneur von Paris, hatte ẽ7 Mitte November und namentlich am 29. d. M. in verschiedener Richtung durch kleinere Ausfälle versucht, die Aufmerksamkeit der Deutschen von dem für einen großen Ausfall gewählten Abschnitt zwischen der Seine und dem linken Marne-Ufer abzulenken. Am 30. Nov. erfolgte dort unter Führung des Generals Ducrot ein energischer Vorstoß gegen die sächs. 24. Infanteriedivision und die württemb. Felddivision, welcher durch eine gegen das preuß. 6. Armeekorps, links der Seine, gerichtete Demonstration und starkes Geschützfeuer aus den Forts und Batterien der Ostfront unterstützt wurde. Der Angriff gegen das 6. Armeekorps wurde bald zurückgewiesen. Im Centrum drangen dagegen die franz. Truppen zunächst mit Erfolg heden die schwachen deutschen Vortruppen vor, nahmen Villiers, Brie und Bonneuil in Besitz, mußten die genommenen Stellungen indes größtenteils wieder aufgeben, nachdem auf deutscher Seite die Reserven und eine vom 6. Armeekorps rechtzeitig gesandte Unterstützung in den Kampf eingetreten waren. Bei Brie und C. verblieben franz. Vortruppen. Namentlich bei Villiers und Noisyele-Grand wurde bis zum völligen Eintritt der Dunkelheit mit großer Erbitterung gekämpft. Am 1. Dez. traf auf deutscher Seite das preuß. 2. Armeekorps zur Verstärkung ein, doch erfolgte kein Angriff, weshalb man den Tag zur Befestigung der deutschen Gefechtsstellung benutzen konnte. Am 2. Dez. früh 7 Uhr erfolgte deutscherseits der Angriff auf die Dörfer C. und Brie durch drei württemb., beziehungsweise drei sächs. Bataillone. Beide Orte wurden genommen, gingen indes alsbald wieder verloren, da französischerseits ein neuer Angriff mit sehr überlegenen Kräften, wirksam unterstügt vom Feuer der Forts und Batterien, erfolgte. An der Stellung Noisy-Villiers-Coeuilly brach sich die Kraft dieses Vorstoßes, und abermals wurde hier bis zur Dunkelheit gekämpft, wobei auch das preuß. 2. Armeekorps mit zur Verwendung kam. In der Nacht trafen weitere Verstärkungen auf deutscher Seite vom sächs. und preuß. 6. Armeekorps ein. Am g. Dez. kam es indes nur noch zu kleinern Gefechten, da die franz. Armee, gedeckt vom Geschützfeuer der Forts, auf das rechte Marne-Ufer zurückging und die Brücken hinter sich abbrach. Die deutschen Vortruppen folgten und besetzten die früher innegehabte Vorpostenstellung. Der deutsche Verlust betrug an beiden Schlachttagen 220 Offiziere und 5082 Mann, der französische wird auf 10—12000 Mann geschnti, mit Einschluß von 36 Offizieren und 1550 Mann, welche in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten. ö