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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Chaos (grch.) ist eigentlich soviel wie gähnender Raum, hohler Abgrund, bezeichnet aber im Sinne der Alten nicht sowohl den leeren Raum, als die unermeßliche formlose Masse, die noch ungeformte Materie, aus welcher die Welt entstanden sein sollte. Nach Hesiod war zuerst das C., darauf entstand Gäa (die Erde) und Eros (die Liebe als die bildende und bewegende Kraft). Aus dem C. ging Erebos (der finstere Abgrund) hervor und 9 X. die Nacht, und diese zeugten miteinander den Ather und den Tag. In einer der Theogonien der Orphiker brachte Chronos (die Zeit) den Ather und das C. hervor. Dichter wie Ovid fassen es als verworrene Masse, die alles ungeschieden in sich enthielt, auf. In übertragener Bedeutung braucht man den Ausdruck C. von jeder ungeordneten, verworrenen Masse.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 184Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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