FeedAörist
HeilkundeBrockhaus 1882

Aörist (grch., «unbegrenzto) dient zur Bezeichnung einer ursprünglich allen indogerman. Sprachen eigenen, später in den meisten verloren gegangenen Form des Verbums, deren eigentliche Bedeutung ist, die momentane Handlung auszudrücken, im Gegensatz zum Präsens, welches die dauernde, und zum Perfektum, das die vollendete Handlung ausdrückt; 3. B. im Griechischen der das Präsens Peoyer, cer ist auf der Flucht 5; der A. Eye, Ker entflohv; Weil der A. im Griechischen im Indikativ nur in der Form der vergangenen Zeit (des Präteritums) vorkommt, hat man sich meist gewöhnt, ihn unter die präteritalen Tempora zu zählen, die Bezeichnung der vergangenen Zeit liegt aber ursprünglich nicht im Begriffe des A. Von den europ. Sprachen haben das Griechische und zum Teil das Slawische den A. bewahrt. Der Unterschied eines ersten und zweiten A. im Griechischen bezieht sich nur auf die Bildung der Form, nicht auf die Bedeutung. örta heißt in der Anatomie der Hauptstamm der Arterien, welcher aus der linken Herzhälfte heraustritt und sich später in sämtliche, den Körper versorgende Arterien teilt. Dieselbe bildet ein daumendickes festes, mit elastischen Fasern versehenes Rohr und ist daher sehr widerstandsfähig gegen das aus dem Herzen in sie hineingepreßte Blut. Sie beschreibt nach Wyce Austritte aus dem linken Herzen zunächst einen Bogen (Aortenbogen) nach aufwärts, von dessen Konvexität die Arterien für den Kopf und für die obern Extremitäten entspringen, kreuzt sich auf diesem Wege mit dem rechten Lungenarterienstamm und mit dem linken Hauptbronchus und läuft dann als Brustaorta an der linken Seite der Brustwirbelsäule nach abwärts. Am 2⁊—.— angedie W tritt dieselbe dann hinter der Speiseröhre in die Bauchhöhle (Bauchaorta) und teilt sich in der Höhe des letzten Lendenwirbels in ihre beiden Endäste, welche für die untern Extremitäten, die Beckenorgane und die Genitalien bestimmt sind. An ihrem Anfangsteile besitzt die A. drei taschenförmige Klappen (Aortenk appen), welche durch das eindrinende Blut an die Seite gedrängt werden und den ückfluß ins Herz dadurch hindern, daß ihre freien Ränder nach der Zusammenziehung des Herzens sich fest aneinanderlegen. Die A. erkrankt oft an einer chronischen Entzündung ihrer innern Haut, welche Entzündung wieder Anlaß zur Entwickelung eines sog. Aneurysma (s. d.) geben kann. Die Innenhaut der A. älterer Personen ist fast immer durch diesen Pro (s. Atherom) verdickt und nicht selten mit Kalkplatten durchsetzt. Abnorme Enge der A. und des ganzen arteriellen Gefäßgebiets mit 1 . des Herzens zuweilen die Ursache für hartnäckige Formen der Bleichsucht. Absta, Hauptstadt eines Circondario in der ital. Provinz Turin, liegt, finster und winkelig gebaut, 585 m über dem Meere, an dem linken Ufer der Dora-Baltea und an den beiden Straßen des Großen und Kleinen Sr. Bernhard und hat (1871) 5501 (Gemeinde 7669) E. Sie ist die alte Hauptstadt der Salasser, welche den Römern den Weg nach Gallien versperrten und daher von diesen unter Appius Claudius 143 v. Chr. bekriegt wurden. Wegen häufiger Empörungen ließ Augustus A. 25 v. Chr. durch Terentius Varro zerstören. Hierauf gründeten 3000 Soldaten der prätorianischen Kohorten die neue Stadt Augusta praetoria, die als Festung von großer Wichtigkeit war. Die fernern Schicksale der Stadt waren in die der Longobarden und der Italischen Mark verflochten. Unter den überresten aus der röm. Zeit zeichnen sich aus: ein guterhaltener Triumphbogen, das doppelte östl. Festungsthor mit drei Durchgängen, das Theater mit mächtigen Strebepfeilern, das Militärmagazin mit drei kleinen Tempeln, die Trümmer der Stadtmauer mit festen Türmen, die eines Amphitheaters (nach andern einer alten Basilika), eine röm. Brücke über die Dora-Baltea. Bemerkenswert ist ferner das moderne Rathaus und die Kathedrale, die im 6. Jahrh. gebaut worden sein soll und im 15. restauriert wurde. Die Stadt treibt Handel mit Leder, Käse und Wein. In der Nähe von A. sind die berühmten Bäder und Bergwerke von Sankt Didier. Außerdem finden sich in der Provinz selbst noch Mineralbäder in Cormaggiore oder Courmayeur, 545 C., welches hoch am Fuße des Montblanc liegt, und in dem Flecken San-Vincenzo oder St. Vincent. Unterhalb des letztern liegt das wichtige Fort Bard (s. d.). (Spanien).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 746Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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