Chapelle (La Chapelle-St.⸗Laurent), Marktflecken im franz. Depart. Deux-Sevres, Arrondissement Parthenay, mit dem Chäteau des Mottes, einem kelt. Tumulus, Fabriken für Tuch, —61 Seidenhüte, Chemikalien u. s. w. und 1800 E. franz. Dichter, war 1626 zu Chapelle-St.⸗Denis bei Paris geboren, nach welchem Ort er sich nannte, und Schüler Gassendis (s. d.). Er besaß die Freundschaft der ausgezeichnetsten seiner Zeitgenossen, wie Racines, Boileaus, Molières, Lafontaines u. a. Seine Schriften tragen durchweg das Gepräge seines Charakters: Munterkeit und Witz. In hohem Grade besaß er das Talent geistreicher Causerie. Er starb 12. Sept. 1686. Seine mit Bachaumont gemeinschaftlich geschriebene Voyage en Provence et en Languedoco (1663, neueste Aufl. 1874) ist in gefälliger Prosa geschrieben und mit Gedichten untermischt. Auch schrieb er viele gefällige Lieder, Sonette und Episteln. Seine Oeuvreso erschienen öfters (3. B. Par. 1755) mit denen Bachaumonts zusammen.