FeedCustine (Astolphe, Marquis von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Custine (Astolphe, Marquis von), franz. Schriftsteller, geb. in Paris 1793, Sohn von Renaud Philippe von C., bereiste 1811—22 England, Schottland, die Schweiz und Calabrien; 1835 ging er nach Spanien, später nach Rußland. Die Eindrücke und Forschungen seiner Reise legte er in folgenden Schriften nieder: KMémoires et voyages (2 Bde., Par. 1830), L'Espagne sous Ferdinand VII (4 Bde., Par. 1838) und La Russie en 18395 (4 Bde., Par. 1843 u. öfter). Namentlich das letztere Werk erregte großes Aufsehen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt (deutsch von Diezmann, 4 Bde., Lpz. 1843). Außerdem machte sich C. als talentvoller Romanschriftsteller bekannt. Zuerst veröffentlichte er anonym die Novelle: „Aloys, ou le moine de Saint-Bernardo (Par. 1827). Dann erschienen von ihm: «Le monde comme il esto (3 Bde., Par. 1835; deutsch, 3 Bde., Lpz. 1840), Ethelb (2 Bde., Par. 1839; deutsch, 3 Bde., Lpz. 1839), cRomuald, ou la vocationo (4 Bde., Par. 1848; deutsch von Susemihl, 6 Bde., Lpz. 1849). C. starb Ende Sept. 1857. Seine (Lettres à Varnhagen d'Ense et Rahel Varnhagen d'Enser erschienen zu Paris (1870). CEustöden (frz. réclame) heißen in der Sprache der Buchdrucker die am Schlusse einer Seite unten gesetzten Anfangssilben der nächstfolgenden Seite; dieselben werden, als der Symmetrie zuwider, jetzt meist weggelassen. Sie kommen auch, obwohl selten, in Handschriften vor. Der erste Buchdrucker von Ferrara, Andreas Belfortis (1471 —93), wird als mißt, sind unter K aufzusuchen. der erste genannt, welcher (in seinem Lilium medicinae, 1486) C. verwendete. (garn.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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