FeedBanville (Theodore Faullain de)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Banville (Theodore Faullain de), franz. Dichter, geb. zu Moulins 14. März 1823, machte sich zuerst durch die Gedichtsammlungen „Les Cariatides v (1842) und Les Stalactiteso (1846) bekannt, denen er 1857 die parodierenden Odes funambulesques o unter dem Pseudonym Bracquemond olgen ließ, welche letztern namentlich viel Beifall anden. Ferner gab er heraus Trente-six ballades joyeusesp (1873) und versuchte sich auch als dramatischer Dichter; aber seine kleinen Lustspiele: Le beau Léandre (1856), „Diane au bois (1863), Les Fourberies de Nérinep (1864), La Pommev (1865), Gringoirep (1866) u. s. w., machten wenig Glück. Als Mitarbeiter an vielen Journalen, Revuen und Sammelwerken entwickelte er mit glänzendem Erfolge sein Talent für prosaische Darstelung; seine humoristischen und fein ausgeführten kleinen Romane und Novellen: Les pauvres saltimbanqueso (1853), (La vie d'une comédiennep (1856), „Esquisses parisienneso (1859), «Camées parisiensy (1866), (Contes pour les femmesv u. s. w., seine dramatischen Feuilletons im Pouvoirv (1856 —52), im (Boulevardo (1860—61), im Nationalo (seit 1872), Litte fast in allen gleichzeitigen Journalen zerstreuten Litteratur⸗ und Kunstkritiken zeugen von poetischem Gemüt und Einbildungskraft. B. gehört gegenwärtig zu den originellsten Schriftstellern in der Gruppe der pntag vonden wie m sich im Unterschied und Gegensatz von den Realisteno nennen, und die vor allem auf Schönheit und Glanz der Form hinarbeiten. Neuerdings hat B. ein «Petit traité de versification française (1881) herausgegeben, worin er dem Reim warm das Wort redet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 456Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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