FeedChariton
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Chariton aus Aphrodisias nennt sich der Verfasser eines Romans aus dem 4., 5. oder 6. Jahrh. ermißt, sind unter K aufzusuchen. n. Chr., worin in einer verhältnismäßig guten Sprache und in einfacher Darstellung die Liebesabenteuer des Chäreas und der Kallirrhos beschrieben werden. Man vermutet aber wohl mit Recht, der wahre ehants dieses Werks habe mit Rücksicht auf die Göttinnen der Anmut und Liebe, Charis und Aphrodite, seinen Namen und Geburtsort nur fingiert. Die erste Ausgabe besorgte mit einem gelehrten Kommentar d'Orville (3 Tle., Amsterd. 1750; verbesserter, mit der lat. Übersetzung von Reiske vermehrter Abdruck von Beck, I᷑ 1783); neuere Ausgaben lieferten in den „Scriptores eroticio Hirschig (Par. 1856) und Hercher (Bd. 2, Lpz. 1859), deutsche übersetzungen Heyne (Lpz. 1753) und Schmieder (Lpz. 1807). harivari (mittellat. carivarium, im 14. Jahrh. charivalli, provençal. caravil), ein franz. Wort von unbekannter Abstammung, ist soviel wie Katzenmusik. Insbesondere versteht man darunter die Katzenmusik, welche in Frankreich bejahrten Witwen, die sich wieder verheiraten, dargebracht zu werden pflegte. In übertragener Bedeutung wurde das Wort als Titel einer 1832 zu Paris gegründeten satirischen Zeitung gebraucht. Le Charivaris erlangte Berühmtheit durch die rücksichtslose Satire, mit welcher das Blatt die Deputierten, die Minister, sogar den König Ludwig Philipp angriff. In Spanien gebraucht man für C. in ersterer Bedeutung das Wort Concerrada, in England Roughmusic. Das deutsche Wort «Krawall ist eine volkstümliche, bereits im 15. Jahrh. aufgekommene Verstümmelung von C.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 191Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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