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ErdkundeBrockhaus 1882

Cheyenne, Hauptstadt des nordamerik. Territoriums Wyoming in dessen südöstlichster Ecke im County Laramie, 1843 meüber dem Meeresspiegel, auf einer breiten, offenen Ebene an der Union-Pacific-⸗Eisenbahn, 2016 Km möstlich von Sacramento im Staate Californien und 825 km westlich von Omaha im Staate Nebraska gelegen, wurde 1867, als der Bau der Union-Pacific-Bahn bis hierher gediehen war, gegründet und hatte in den ersten Ereng. seines Besehens eine fluktuierende Bevölerung, die sich 1880 auf 3456 E. belief, nachdem sie bereits einmal die Höhe von 6000 erreicht hatte. Die Denver-Pacific-Eisenbahn verbindet C. mit dem 170 km südlich im Staate Colorado gelegenen Denver. Etwa 4 km nordwestlich von C. liegt das Fort D. A. Russell. Handel und Industrie sind nicht besonders lebhaft. Rl (Antoine Leonard de), franz. Orientalist, eb. zu Neuilly 15. Jan. 1773, war ein Zögling der Poiytechnischen Schule, studierte dann das Arabische und Persische unter Sacy und Langles, wurde 1798 im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten angestellt und sollte Bönaparte nach Agypten be-Lleden erkrankte aber in Toulon und mußte zurückleiben. Seit 1799 Konservator der orient. Handschriften an der Nationalbibliothek, widmete er sich als der erste in Frankreich dem Studium der altind. Sprache und Litteratur und übernahm 1815 den Lehrstuhl der Sanskritsprache, den Ludwig XVIII. für ihn am Collége de France geschaffen hatte. Er starb zu Paris 31. Aug. 1832 an der Cholera. Litterarisch machte er sich zuerst durch eine freie franz. übertragung des pers. Gedichts Medschnun und Leilar bekannt, die von Hartmann (2 Bde., Amsterd. 1807)ins Deutsche übersetzt ward. Aus der Sanskritlitteratur gab er unter anderm die «Sakuntala (Par. 1830) des Kalidasa sowie das Amarusatakamo (unter dem Pseudonym Apudy, Par. 1831) und einige Episoden aus dem Mahabharata und „(Ramayana im Original mit übersetzung und Anmerkungen heraus. Seine Gattin, Wilhelmine Christiane von C., geborene von Klencke, eine Enkelin der Karschin Kemale war zu Berlin 26. Jan. 1783 geboren und heiratete in ihrem 16. Jahre einen Herrn von Hastfer, von dem sie jedoch im folgenden Jahre wieder geschieden wurde. Im J. 1802 ging sie nach Paris und heiratete hier 1805 C., den sie in Friedr. von Schlegels Hause kennen gelernt hatte, trennte sich jedoch 1810 von ihm und begab sich wieder nach Deutschland, wo sie sich litterarischen Arbeiten widmete und an dem Fürsten von Dalberg einen Protektor fand. Der Befreiungskrieg von 1813 entflammte sie zu hingebendem Eifer für die Pflege verwundeter vaterländischer Krieger. Abwechselnd lebte sie seitdem in Heidelberg, Berlin, Dresden, Wien, München, Paris und Genf und starb fast erblindet in letzterer Stadt 28. Febr. 1856. Als der romantischen Schule angehörig erweist sie sich in ihren Gedichtenv (2 Bde., Aschaffenb. 1812), den (Herzenstönen auf Pilgerwegeno (Sulzb. 1833) und dem Rittergedicht «Die drei weißen Rosenv (in der (Uranias, Jahrg. 1821). Von ihren Romanen rmißt, sind unter K aufzusuchen. waren Emmas Prüfungen» (Heidelb. 1817) der beliebteste. Ferner erschienen von ihr: Neue aus⸗ 1 erlesene Schriften der Enkelin der Karschinv (2 Abteil., Lpz. 1822), «Stundenblumenv (4Bdchn., Wien 1824 —27). Unter dem Namen Helmina schrieb sie „Leben und romantische Dichtungen der Tochter der Karschin (verheiratete von Klencke), ein Denkmal kindlicher Liebes (Frankf. 1805). Am bekanntesten wurde sie durch ihren von K. M. von Weber komonierten Operntext „Euryanthey (Wien 182). ach ihrem Tode gab Bertha Borngräber ihre Memoiren unter dem Titel Unvergesseneso (2 Bde., Lpz. 1858) heraus. Einer ihrer Söhne, Wilhelm von C., geb. 21. März 1806 zu Paris, studierte seit 1829 zu München die Rechte, wandte sich aber bald ganz der Schriftstellerei zu. Er lebte erst einige Jahre zu Baden-Baden, seit 1847 zu Freiburg i. Br., dann zu Köln, seit 1850 zu Wien und schrieb eine Reihe von Erzählungen, wie „Der fahrende Schülery (1835), „Der fromme Judey (1845), (Das große u. s. w. Von seinen übrigen Schriften, unter denen auch einige heraldische, sind noch die«Erinnerungeno aus seinem Leben (2 Bde., Schaffh. 1863 -64) zu nennen. Er starb zu Wien 13. März 1865.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 250Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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