Chevreuse (Marie von Rohan, Herzogin von C.), geb. 1600, heiratete mit 17 Jahren den Connétable von Luynes und, nach vier Jahren verwitwet, den Herzog von C. Besonders seit der zweiten Heirat stürzte sie sich in das Gewühl der Intriguen und Verschwörungen, von denen die polit. Welt Frankreichs in jener Zeit erfüllt war und wofür die Herzogin alle Gaben des Geistes und der Schönheit wie alle Unruhe der Leidenschaft und des Ehrgeizes besaß. Richelieu hatte kaum einen gefährlichern Gegner als diese rastlos gegen ihn agitierende Frau. Dennoch gelang es ihm, auch sie zu beseitigen; sie entfloh nach England und blieb hier in der Verbannung bis zum Tode Ludwigs XIII. Unter der Regentschaft der Königin-Witwe, Anna von Ssterreich, kehrte sie alsbald nach Frankreich zurück, in der, wie es anfangs schien, begründeten Hoffnung, ihre Faktion zur Herrschaft zu brinen. Aber die Königin wandte sich, entgegen ihrer srühern Haltung, nach einem kurzen Triumph der reaktionären Partei, dem Kardinal Mazarin und dadurch wieder dem System Richelieus zu, und die Herzogin von C. sah sich von neuem beiseite geschoben. Erst 1650, mit der Erhebung der Fronde, kam sie aus ihrer Zurückgezogenheit hervor, um nun eine der ersten Persönlichkeiten in den Kämpfen der nächsten Jahre zu werden. Nach der Verbannung Mazarins und der Rückkehr Condés (18. Febr. 1651) trat sie mit diesem in enge Verbindung, aber die Zersetzung der Partei und die Niederlagen des Prinzen, besonders nach übertritt Turennes zur Partei Mazarins und des Königs, machten auch für sie den Widerstand aussichtslos und ließ sie Unterwerfung und Versöhnung suchen. Sie starb 1679.