FeedChidje
Bildende KunstBrockhaus 1882

Chidje, bei zoolog. Namen für Steffano delle Chiaje, geb. 1794, gest. 1860 als Professor der Anatomie zu Neapel. Chialli (Vicenzo), ital. Maler, geb. in Città di Castello 27. Juli 1787, trat, nachdem er anfangs Handwerker gewesen und dann bei einem mittelmäßigen Maler begonnen hatte, 1804 in die Schule Camuccinis in Rom, wo er sich 18 Jahre aufhielt. Er schlug in seinen Kompositionen eine eigentümliche Richtung ein, indem er in denselben architektoni ch-perspektivische Ansichten mit geschichtlicher und kulturhistor. Scenerie und Staffage verband, wozu er die Motive teils aus den klassischen, teils aus den mittelalterlichen Bauformen entlehnte. Dabei verstand er es, im Kostüm, in der Wahl eingefügter Porträtköpfe, endlich nicht minder durch Licht⸗ und Schatteneffekte seine Ensembles zu charakterisieren und ihnen Stimmung zu verleihen, wie dies besonders seine zahlreichen Klosterbilder beweisen. Die vorzüglichsten sind im Palazzo Pitti, ein Kirchhof und eine Messe, aus den J. 1823 und 1824. In spätern Jahren versah C. den Posten eines Direktors der Akademie in Cortona, wo er 4. Sept. 1840 starb. Chiamata (ital., spr. Kjamäta), Hervorruf im Theater; ein auf etwas hinweisendes Schrift⸗ oder Druckzeichen; in der Fechtkunst eine verstellte Blöße, um den Gegner zu einem unvorsichtigen Hieb zu verlocken. Chiana (im Altertum Clanis), Fluß in Italien (Toscana und Umbrien), entsteht aus einer lange versumpften, jetzt trocken gelegten Senkung zwischen Arno und Tiber und sendet seine Wasser beiden lüssen zu. Im Altertum ergoß er sich nur in den iber, bis durch die 1551 begonnenen großen Abdämmungsarbeiten das Chianathal entsumpft und der Fluß in zwei Arme geteilt wurde: der eine, großenteils kanalisiert, ergießt sich nach N. in den Arno, 11 km im NW. von Arezzo; der andere nach S. und vereinigt sich bei Orvieto mit der Paglia, die selbst zum Tiber geht. Erstere heißt die toscan. Chiana oder der Canale Maestro; letztere, meist in der Provinz Perugia, die römische. Die Scheidestelle hat 250m Meereshöhe. Dadurch ist dieses Thal (Val di Chiana) die fruchtbarste Gegend vielleicht ganz Italiens geworden, ein wahrer Garten, — Bevölkerung sich auf mehr als 100000 Seelen erhoben hat. Die großen Güter erzeugen in Fülle Weizen und Mais, Hanf und Gartenfrüchte; Maulbeerbäume ermöglichen die Seidenzucht. Unter den köstlichen Weinsorten ist der Montepulciano einer der beliebtesten aller Weine Italiens. Chianciano, Flecken in der ital. Provinz Siena, Bezirk Montepulciano, 8 Em im SO. von diesem Orte, im Chianathale, in 458 m Höhe, an der Eisenbahn Empoli-Chiusi, zählt (1881) 1231 als Gemeinde 2592 CE., welche Seidenzucht treiben. Die Berge der Umgegend bedecken Kastanienwälder. In 2 km Entfernung entspringen aus dem Travertin reiche Mineralquellen, 29—43 C. warm; dabei auch eine besuchte Badequelle, die Bagni di Sta.⸗Agnese. Chianti, eine Gegend in Toscana, Provinz Siena, zwischen den Quellen der Ambra, Arbi, des Ombrone und der Greve und umzogen von den Bergen, welche auf der Ostseite das obere Arnothal einschließen. Dieses ehemals ganz mit Wald bedeckte Gebiet ist jetzt großenteils kultiviert und seine ausgedehnten Weinberge liefern ausgezeichneten Wein, der zu den besten in Toscana gehört. Chiäpas, Las Chiapas der südlichste Staat von Mexiko, grenzt im N. an Tabasco, im NO. an Yucatan, im O. und SO. an Guatemala, im S. an den Golf von urein Ure im W. an Oaxaca und Veracruz und hat ein Areal von 43930 akm mit (1880) 219735 E. Das Land gehörte unter der span. Herrschaft zum Generalkapitanat Guatemala, von welchem es mit Tuxtla und Soconusco zusammen eine eigene Intendanz bildete. Nach der Revolution schlossen C. und Turtla als ein eigener Staat sich der mexik. Föderation an, die schmale, durch ihren trefflichen Kakao berühmte Küstenprovinz Soconusco aber an die Republik von Centralamerika, bei welcher sie bis 1854 blieb, wo Guatemala alle seine Ansprüche auf Soconusco(6300 akm mit 20000 E.) an Mexiko gegen eine Entschädigungssumme von 420000 Pesos abtrat. Das Land ist wenig bekannt, die Oberfläche größtenteils gebirgig. — Das Plateau von Chiäpas, eine. er boch ule der Hochebene von Guatemala, ist minder hoch als diese und übersteigt nur selten die Meereshöhe von 1000 m. Das südwestl. Randgebirge des Plateau mißt, sind unter K aufzusuchen. trägt mehrere hohe Kuppen, meist ausgebrannte Vulkane, wie den Soconusco, die beiden Vulkane von Amilpas, den Sapotitlan u. a. Diesem Gebirge parallel durchschneiden 7— zwei Ketten das Land, in welchem eine der höchsten Spitzen, der Hueitepec im O. von San-Cristobal, 2667 m hoch ist. Sie schließen die fruchtbarsten Thäler mit dem Handen Klima ein und bilden das Paradies des andes. C. ist reich an Flüssen, die ihm aber fast alle nur mit ihrem obern Laufe angehören und durch Tabasco sich in den + ergießen. Der bedeutendste darunter ist der Rio Chiäpas oder Rio Tabasco, welcher in Centralamerika in den Bergen von Cuchumatanes entspringt und bis in das Innere hinein für Boote schiffbar ist, jedoch an einigen Stellen Katarakten bildet; ferner sein Nebenfluß, der Utsumasinta und der Teapa. Das Klima gilt im ganzen für gesund und sagt im Hochlande 29 2 dem Anbau europ. Gartenfrüchte zu. Der größere Teil des Landes ist noch mit üppigen Urwäldern bedeckt, der Ackerbau wenig entwickelt und auf den Selbstbedarf an Mais, Kakad, etwas Zucker, Weizen und Gartenfrüchte beschränkt. Tabak gedeiht in vorzüglicher Qualität. Ebenso unbedeutend wie der Landbau sind die Viehzucht und die Industrie. Nutzbare Mineralien und edle Metalle sind zwar vorhanden, aber Bergbau wird gegenwärtig gar nicht betrieben. Der Handel beschränkt sich bei dem Mangel fahrbarer Wege auf die Einfuhr weniger europ. Waren, welche meist über Guatemala eingeschmuggelt werden, und auf Kafe. Ausfuhr von Tabak, Indigo, Brot, Mehl, Käse, Früchten und Gemüsen, einigen Geweben und Matten, verschiedenen Harzen, Gummiarten und Holz. Die Einwohner bestehen größtenteils aus Mestizen und Indianern. Diese gehören im Osten zu den Mayas, im übrigen Lande zu den aztekischen Stämmen; sie sind teils angesiedelt, teils frei. Sie sprechen hauptsächlich vier Sprachen: Zoqui, Tzendal, Tzotzil, Nahuatl oder mexikanisch, und außerdem Maya, Lacandon, Chafabal, Chol, Quiché, Mam, Chiapanec. C. ist reich an großartigen Ruinen und Teocallis aus der Zeit vor der span. Croberung. (S. Landen uie Die älteste Stadt des Landes ist Chiäpa delos Indios, am Rio Tabasco, 1527 erbaut und von etwa 1600 Indianern bewohnt. — Die Hauptstadt ist San-Christobal delos Llanos oder Ciudad delas Casas, zu Chren des berühmten Las Casas (s. d.), des ersten Bischofs des 1538 errichteten Bistums von C., früher auch Ciudad real enannt. Sie liegt östlich von Chiäpa, etwa 870 km im OSoO. von Mexiko, in einer schönen, fruchtbaren Ebene und wurde 1528 von Diego de Mazariegos an Stelle der alten Hauptstadt Zacatlan angelegt. Die Stadt, regelmäßig gebaut, hat einige ansehnliche öffentliche Gebäude und zählt 8500 E. Sie ist der Sitz der obersten Regierungsbehörden und des Bischofs von C., hat eine Kathedrale, mehrere Klö— Unt eine höhere Schule (Seminario conciliar), jetzt niversität genannt, und ein Hospital.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 251Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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