Cicogna (Emanuele Antonio), ital. Historiker und Archäolog, geb. zu Venedig 17. Jan. 1789, studierte im adeligen Kollegium zu Udine die Rechte und bekleidete dann im Staatsdienste mehrere hervorragende Stellungen zu Venedig. Seinen Ruf verdankt er vorzüglich seinem umfassenden Werke Delle inscrizioni Veneziane (6 Bde., Vened. 1824 — 53). Von seinen übrigen Arbeiten sind zu erwähnen: Di Steéfano Piazzone da Asolav (Vened. 1840), «Della famiglia Marcello (Vened. 1841), Intorno alla venéeta patrizia famiglia Foscolo o (Vened. 1842), 4Saggio di bibliografia Veneziana o (Vened. 1847), &Vita e scritti di G. Rossi (Vened. 1852), 4Origine della confraternita di San Giovanni Evangelistas (Vened. 1855), „Giovanni Muslero da Ottingay (Vened. 1858). C. starb 22. Febr. 1868 zu Venedig. icognära (Leopoldo, Graf), ital. Kunsthistoriker, geb. zu Ferrara 17. Nov. 1767, studierte auf der Universität zu Modena und auf der Akademie von San-Luca, ging dann nach Neapel und Sicilien und gab in Palermo das Gedicht Le ore del giorno v heraus. Seit etwa 1795 lebte C. in Modena, war dann nacheinander Gesandter der Cisalpinischen Republik in Turin, Mitglied der in Lyon tagenden Verfassungskommission, endlich Staatsrat. Im J. 1808 wurde er Präsident der Akademie der schönen Künste in Venedig, in welcher Stelle ihn die österr. Regierung bestätigte, und sammelte auf Reisen in England, Holland, unstgeschichte, Kupferstiche, Niellen. Nachdem er die Akademiedirektion abgegeben, lebte er in Venedig, Rom, Florenz u. s. w. und starb 5. März 1834. Sein Hauptwerk ist die «Storia della scultura dal suo risorgimento in Italiab (3 Bde., Vened. 1813 —18, mit 181 Kupfern; 2. Aufl., 9 Bde., Prato 1823), ein Buch, welches durch Fülle des Stoffs und sorgfältige Form, teilweise auch durch kritische Forschung seinen Wert behauptet. Außerdem sind zu erwähnen: «Memorie storiche dei letterati ed artisti Ferraresio (Ferrara 1811), „Le fabbriche più cospicue di Venezia (2 Bde., Vened. 1820), «Memorie spettanti alla storia della calcograflad (Prato 1831), deren Wert durch Aufnahme mancher unechten Nielle leidet. Sein «Catalogo ragionato dei libri d'arti e d'antichità posseduti dal conte C.v (2 Bde., Pisa 1821), das Verzeichnis seiner von Leo XII. für die Vatikanische Bibliothek angekauften Büchersammlung, enthält treffliche bibliogr. Notizen.