Cortona (Pietro da), wie er sich nach seiner Vaterstadt nannte, eigentlich Berrettini, geb. 1596, Maler und Baumeister, war derjenige unter den ital. Künstlern, der nach der Reform, welche die Carracci und diesen Gleichstrebende zu Stande gebracht hatten, die neue Epoche des barocken Stils veranlaßte. Seine Studien machte er in Florenz und Rom. C.verstand es, große Räume geschickt mit einer außerordentlichen Figurenfülle zu bedecken und durch ein wohlgefälliges Kolorit das Auge zu fesseln. Sein Hauptgönner war Urban VIII., welcher von ihm in Sta.⸗Bibiena Gemälde ausführen ließ, hernach Alexander VIII. Als sein Meisterstück gilt ein großes allegorisches Deckengemälde im Palast Barberini zu Rom. Er entwickelte eine außerordentliche Thätigkeit, aber doch fehlten ihm die eigentlich schöpferische Phantasie, die lebensvolle Durchbildung und der Adel des Stils. Der Schwerpunkt seiner Werke beruht auf dem dekorativen Moment. C. starb 1669. Seine zahlreichen Nachfolger, die sog. Cortonisten, besonders Romanelli und Luca Giordano, sind eifrig bemüht gewesen, Ces prunkvolle Weise der Darstellung zu verbreiten. ö