FeedChildebert
GeschichteBrockhaus 1882

Childebert, drei Frankenkönige aus dem Geschlecht der Merovinger. — C. I. erhielt nach seines Vaters Chlodwig Tode 511 das Reich von Paris, welches er nach dem Tode des Bruders Chlodomir von Orléans, der 524 im Kampfe gegen Burgund umkam, durch einen Anteil an dessen Hinterlassenschaft, und dann nach der in Gemeinschaft mit seinem Bruder Chlothar I. von Soissons und seinem Neffen Theudebert I. von Austrasien unternommenen Eroberung von Burgund 534 und der Provence 536 noch durch Teile dieser Länder vergrößerte. Ein Daer gegen Saragossa 542 verlief resultatlos. Da er 558 ohne Söhne zu hinterlassen starb, ging das Erbe auf Chlothar I. über, der sich schon vorher der Hinterlassenschaft Theudeberts bemächtigt hatte. — C. II., geb. 570, Enkel Chlothars I. und Sohn Siegberts I. von Austrasien und der westgot. Brunehilde (s. d.). Als Siegbert I. durch Anstiften der neustrischen Königin Fredegunde 575 den Tod fand, wurde C. durch einen Getreuen gerettet. Großjährig geworden 585, stürzte auch er sich in den Familienzwist und suchte den kleinen Sohn Fredegundes, Chlothar II., seines Reichs zu berauben, wurde aber von der tapfern Frau besiegt und starb 596. — C. III., Sohn Theuderichs III., als König 695 — 711 ohne Bedeutung, weil die Macht schon auf den karolingischen Majordomus Pipin den Mittlern (von Heristal) übergegangen war.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 260Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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