Chioggia (spr. Kiödscha) oder Chiozza, Hafenstadt in der ital. Provinz Venedig, am Adriatischen Meere, nahe der Mündung der Etsch und Brenta, auf der Insel gleiches Namens, am Südende der Lagunen von Venedig, auf Pfählen gebaut, steht durch eine steinerne, 235 m lange Brücke von 43 Bogen mit dem Festlande (Lido Brondolo) in Verbindung. Der Kanal Lombardo umzieht die Stadt, und der Kanal della Vena teilt sie in zwei, durch neun Brücken verbundene Hälften. Der Hafen, dessen Eingang die Forts San-Felice und Caroman beschützen, ist gut; die Vorstädte werden durch Batterien geschützt, sodaß die Stadt als einer der festesten Punkte der Lagunen gilt. Sie zählt (1881) 20224, als Gemeinde 28015 E. und ist Sitz des Distriktskommissariats, einer Prätur und eines Bischofs. C. hat eine schöne Kathedrale, 1633 von Longhena gebaut, ein theol. Seminar und ein Gymnasium, Schiffswerften u. s. w. Hier werden auch viele Seile, Taue u. s. w. für die Marine verfertigt. Außerdem treiben die Bewohner Handel mit oberital. und deutschen Waren, sowie Fischerei. Bei ungünstiger See nehmen die Dampfer zwischen Triest und Venedig hier hindurch ihren Kurs. Die Insel wurde 1379 von den Genuesen erobert und zwei Jahre darauf an Venedig abgetreten.