Chloroform, Trichlormethan, Methinchlorid, Formylchlorid CIICIe, von Liebig 1831 und fast gleichzeitig von Soubeiran entdeckt, 1847 von Simpson in Edinburgh als wirksamstes und gefahrlosestes Anästhetikum (s. Anästhesieren) ortult Lunit Zur Darstellung werden 100 kg Chlorkalk (mit einem Gehalt von 28 Proz. wirksamem Chlor) in einem Destillierapparat mit 400 1 Wasser angerührt und mit 12½ kg reinstem, völlig fuselfreiem, rektifiziertem Alkohol vermischt. Die Flüssigkeit bleibt zweckmäßig über Nacht stehen und wird am folgenden Tage ganz gelinde erwärmt. Alsbald beginnt eine lebhafte Reaktion, wobei Gase in reichlicher Menge entweichen. In diesem Stadium ist sofort die Erhitzung zu unterbrechen; die bei der Zersetzung frei werdende Wärme genügt, um die Destillation des sich bildenden C. fast zu Ende zu führen; nur zuletzt ist ein kurzes Erwärmen bis zum Sieden nötig. Das C. destilliert zugleich mit Wasserdämpfen und mit unzersetztem Alkohol, begleitet von nicht nißt, sind unter K aufzusuchen. verdichtbarem Gase, Kohlensäure. Da das C. an sich sehr flüchtig und außerdem in dem permanenten Gase leicht abdunstet, so ist eine sehr sorgfältige Kühlung erforderlich, zweckmäßig wendet man zum Auffangen des Destillats eine mit dem Kühlrohr luftdicht verbundene tubulierte Vorlage an, von deren Tubulus ein zweimal gebogenes Rohr in eine große mit Wasser gefüllte Flasche reicht. Die durch das Wasser streichenden Gase geben hier noch eine nicht ganz unbedeutende Menge C. ab. Nach beenn Destillation finden sich in den Vorlagen zwei Flüssigkeiten, eine dichte schwere, das rohe C., und über demselben wässeriger Alkohol. Beide werden getrennt, die alkoholische wird bei der nächsten Operation wieder der Mischung beigefügt und das rohe C. weiter gereinigt. Es wird zunächst mit verdünnter Sodalösung durchschüttelt, um Reste von Alkohol handeu sein f und zugleich freie Säure, welche vorhanden sein kann, zu binden. Hierauf wird es anhaltend mit konzentrierter Schwefelsäure geschüttelt und mit der Säure bei ganz gelinder Wärme rektifiziert. Wird eine Probe der rektifizierten Flüssigkeit beim Schütteln mit konzentrierter Schwefelsäure noch im mindesten gefärbt, so ist dieselbe Behandlung zu wiederholen, bis das C. mit Schwefelsäure farblos bleibt. Das C. ist eine wasserhelle, schwere, aber sehr bewegliche, stark lichtbrechende Flüssigkeit von 1,492— 1,406 spezifischem Gewicht, von angenehmem, süßlichem Geruch und Geschmack, siedet bei 60,8˙ C., in Wasser schwer, in Alkohol und Ather in jedem Verhältnis löslich. Unter dem Einfluß des Lichts wird das C. unter Freiwerden von Chlorwasserstoffsäure zersetzt und dies wird begünstigt durch Gegenwart von Wasser, wenn letzteres auch nur spurenweis vorhanden ist; das C. ist daher in ganz trockenen Gefäßen am dunkeln Ort aufzubewahren. Bei seiner Verwendung als Anästhetikum ist chem. Reinheit unbedingtes Erfordernis, namentlich ist darauf zu achten, daß das C. keine Säure und keine fremden Körper enthalte, letztere, welche im C. vorkommen können, rühren zumeist von der Verwendung eines nicht genügend gereinigten, fuselhaltigen Alkohols bei der Darstellung her; sie geben sich durch einen unangenehmen Geruch zu erkennen, welcher bemerkbar wird, wenn man einige Tropfen des C. in einem Glase abdunsten läßt und dann hineinriecht. Jedes C., welches nicht beim Verdunsten den ganz reinen Geruch zeigt, ist unbedingt für ärztliche Zwecke zu verwerfen. Um C. von besonderer Reinheit zu erhalten, hat man es durch Zersetzung von Chloralhydrat mit Alkalihydrat dargestellt. Allein diese kostspielige Bereitungsmethode ist völlig nutzlos, da man aus Alkohol bei richtiger Behandlung ein ebenso gutes Produkt erzielt. C. ist ein Lösungsmittel für Harze, Kampfer, Guttapercha, Kautschuk, Alkaloide, Jod, Brom u. w. Letztere entzieht es sogar ihren wässerigen Lösungen und wird daher in der chem. Analyse zur Erkennung und Nachweisung derselben benutzt.