Chlorige Säure C10-0H, als Anhydrid CI03 Unterchlorsäure, nur als Anhydrid bekannt Cla04 a) Unterchlorige Säure, Monorychlorsäure, entsteht als rötlichgelbes gasiges Hen wenn C. über Quecksilberoxyd geleitet wird, beim Abkühlen auf — 20 C. zur blutroten Flüssigkeit kondensierbar. Das Hydrat bildet sich neben unlöslichem Quecksilberorychlorid, wenn man Quecksilberoxyd mit Wasser und Chlorgas zusammenschüttelt, bei gelindem Erwärmen destilliert dann wässerigeunterchlorige Säure als gelbe bis orangenrote Flüssigkeit. Unterchlorigsaure Salze oder Hypochlorite bilden sich neben Chlormetallen, beim Einleiten von C. in verdünnte, kalt gehaltene Lösungen von manchen Metalloxydhydraten, z. B.: Andere Metalloxydhydrate geben neben Chlormetall freie unterchlorige Säure z. B.: Die unterchlorige Säure hat im freien Zustande die gleiche bleichende Wirkung wie das freie C.; ihre Salze zerfallen leicht und liefern dabei C., solche Lösungen sind seit der Entdeckung des C. als Bleichflüssigkeiten verwandt, so das Eau de Labaraque, Hau de Javelle, Javellsche Lauge, eine mit Chlorgas gesättigte Lösung von kohlensaurem Natron. Ob der Chlorkalk zu den unterchlorigsauren Salzen zu rechnen sei, ist mehrfach bezweifelt. b) Chlorige Säure, Diorychlorsäure, leicht explodierbares Gas, welches sich bei niederer Temperatur zur rotbraunen Flüssigkeit verdichtet. Wird erhalten, indem 3 Teile chlorsaures Kali mit 12 Teilen arseniger Säure gemischt und mit einer Mischung von 18 Teilen Salpetersäure (1,33 spezifisches Gewicht) und 24 Teilen Wasser sehr gelinde und vorsichtig erwärmt werden. Das Gas löst sich leicht in Wasser, die wässerige Säure bildet mit Basen Salze, welche als Chlorite bezeichnet werden. c) Unterchlorsäure, sehr gefährliche, äußerst leicht explodierbare Substanz, rotbraunes Gas, welches sich beim übergießen von chlorsaurem Kali mit konzentrierter Schwefelsäure bildet. d) Chlorsäure, nur als Hydrat in wässerigen Lösungen und in Salzen, Chloraten, bekannt, letztere entstehen neben Chloriden beim Einleiten von Chlorgas in heiße Alkalihydratlösung: Von den Salzen findet das chlorsaure Kali (s. d.) vielfach Verwendung. e) überchlorsäure. Erhitzt man chlorsaures Kali bei möglichst niederer Temperatur bis zum Schmelzen, und erhält es bei dieser Temperatur, bis es eine teigige Konsistenz annimmt, so tritt Zersetzung derart ein, daß ein Teil des darin enthaltenen Sauerstoffs frei wird, ein anderer Teil zur höhern Oxydation des Chlorats verwendet wird, wodurch überchlorsaures Kali oder Perchlorat 01 bildet wird, während zugleich Chlorkalium entsteht: Aus dem Gemenge von Perchlorat und Chlorkalium läßt sich das erste Salz durch Lösen in Wasser und Krystallisieren leicht rein darstellen. Erhitzt man 1 Teil des reinen Salzes mit 4 Teilen konzentrierter Schwefelsäure, so destilliert das Säurehydrat als ölige Flüssigkeit, welche beim Vermischen mit wenig Wasser sich in Krystalle von der Zusammen3) Chlorwasserstoff, Salzsäure HCI. C. und Wasserstoff verbinden sich unter Explosion im Sonnenlicht, beim Annähern einer Flamme oder beim Erwärmen, zu farblosem, saurem, in Wasser leicht löslichem Gase. (S. Salzsäure.) 4) Chlorstickstoff NClz, äußerst gefährliche, mit größter Gewalt explodierende Substanz, bildet sich, wenn Chlorgas mit Salmiaklösung zusammengebracht wird, als gelbe ölige Tropfen.