FeedChloräthyl C„H
NaturlehreBrockhaus 1882

Chloräthyl C„H, Cl entsteht als ein bei gewöhnlicher Temperatur gasförmiger Körper beim Erwärmen von Alkohol mit Salzsäure. Zu seiner Darstellung mischt man gleiche Teile Alkohol und Salzsäure und erwärmt sie zum Sieden. Die dabei entwickelten Dämpfe leitet man durch eine halb mit Wasser gefüllte Flasche, um mitgerissene Dämpfe von Salzsäure und Alkohol zu abforhreren, und läßt das Gas dann in eine mit einer Kältemischung umgebene Vorlage treten, wo es sich zur Flüssigkeit verdichtet. Diese siedet bereits bei 12 C. und kann daher nur in hermetisch verschlossenen Gefäßen 100 Satz. werden. Das C. ist ein Bestandteil des sog. Salzäthers, Spiritus Aetheris chlorati, Spiritus Salis dulcis, versüßter Len drin der Pharmakopöe. Zur Darstellung desselben bringt man ein Gemisch von 4 Teilen Alkohol und 1 Teil Salzsäure mit 0,5 Teilen Braunstein in einen Destillierapparat, läßt 24 Stunden unter mehrfachem Umrühren stehen und erwärmt, am besten durch in einen Mantel einströmenden Dampf, wobei die Destillation alsbald beginnt. Die Destillation wird unterbrochen, wenn eine Probe des Uübergehenden sich nicht mehr entzünden läßt. Das Destillat, welches immer mehr oder weniger freie Säure enthält, wird mit Kalkmilch geschüttelt und rektifiziert. Es bildet dann eine angenehm riechende, farblose, neutral reagierende Flüssigkeit von 0,83s bis 0,84? spezifischem Gewicht und besteht aus einer alloholis. en Lösung von C., vermengt mit einer ganzen Reihe von andern Produkten, welche bei der Einwirkung von Chlor auf Alkohol entstehen, als Chloral, Chloracetyl u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 321Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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