Chomjakow (Alexéi Stepanowitsch), einer der hervorragendsten russ. Schriftsteller der neuern Zeit, Mitbegründer und der hauptsächlichste Theoretiker der sog. slawophilen Richtung in Rußland. Er ward 13. Mai 1804 in Moskau geboren, erhielt im väterlichen Hause eine sorgfältige Erziehung, die ihm zugleich panslawistische Neigungen einflößte. on 1822 bis 1825 diente er in der reitenden Garde, nahm seinen Abschied und bereiste Westeuropa. Nach der Rückkehr trat er wieder in Dienst und machte den türk. Feldzug 1828—29 mit, verließ darauf aber die militärische Laufbahn Hlonlac und lebte fortan als Privatmann teils in Moskau, teils auf seinen Gütern. Seit 1858 war er Präsident der Moskauer Gesellschaft der russ. Litteraturfreunde und starb 5. Okt. 1860. Cos litterarische Thätigkeit war sehr ausgedehnt und mannigfaltig. Außer zwei Tragödien: Jermako (1832 erschienen) und Dimitrij Samosvanece (1833), verfaßte er lyrische Gedichte (4Stichotvorenijap, Mosk. 1844; neue Ausg. 1861); sehr 4*7 sind seine Artikel und Abhandlungen histor., polit., philos. und theol. Inhalts in den Zeitschriften Moskvitjanino und Russkaja Besédab, dem Organ der russ. Slawophilen; hier wie in andern periodischen Schriften trat er als eifriger Vorkämpfer panflawistischer Ideen auf (dahin gehört auch sein «Sendschreiben an die Serben aus Moskau», Lpz. 1860, in russ. und serb. Sprache), wie er auch in seinen Poesien die Verbrüderung der slaw. Stämme feierte (das erste und bekannteste Gedicht dieser Richtung ist (Oreb [e Der p. Cst vom J. 1832), zur Befreiung von westeurop. Einfluß anzuregen suchte und eine Leroenerrrd slaw. Civilisation gegenüber der absterbenden des Westens als Ideal hinstellte. Da dieser Gegensatz hauptsächlich in dem religiös-dogmatischen Unterschiede der griech.⸗slaw. Kaodere und der roman.⸗german. ½½ Welt seinen Grund 1 sollte, so gab C. hierüber eine Reihe histor.⸗theol. Abhandlungen in französischer (uelques mots sur les Communions occidentales. Par un Chréêtien orthodoxen, Lpz. 1855; Encore quelques mots etc. », Lpz. 1858; beides deutsch unter dem Titel «Einige Worte eines orthodoxen Christen über die abendländischen Glaubensbekenntnissev, 3 Abteil., Bautzen 1856 —59) und engl. Sprache heraus, die erst später von J. Samarin, der C. geradezu einen «Kirchenlehrero nennt, auch russisch herausgegeben wurden in des letztern Gesammelten Werkeno (Sobranie soinenijo, Bd. 2: 4«Sobi⸗- 1867). Der erste, dritte und vierte Band dieser Werke erschienen seit 1861 in Moskau.