Chmelnizkij (Nikolai Iwanowitsch), russ. Lustspieldichter, geb. 11. Aug. 1789, war der Sohn eines im Gouvernement Smolensk begüterten Edelmanns. Nach Beendigung seiner Erziehung diente er kurze Zeit im Heere, trat dann in den Civildienst, nahm aber an dem Kriege gegen Napoleon I. erst als Adjutant Kutusows, dann Oppermanns teil. Nach Beendigung des Kriegs (1815) wurde er zum Chef der Kanzlei des Generalgouverneurs Milorädowitsch und 1829 zum Civilgouverneur von Smolensk ernannt. Er erwirkte vom Kaiser die Bewilligung von 1 Mill. Rubel zur Wiederherstellung dieser vom Kriege so hart mitgenommenen Stadt, die nun unter seiner Leitung sich glänzend aus der Asche erhob und auch einen bedeutenden innern Aufschwung nahm. Nach Archangel 1837 als Gouverneur versetzt, gab er ein Jahr später diesen Posten wegen zerrütteter Gesundheit wieder auf. Er wandte sich nun nach Petersburg, wo er 20. Sept. 1845 starb. Als Lustspieldichter bildete er sich nach Regnard und Molière, dessen Tartufer und »Schule der Fraueno er ins Russische übersetzte. Auch seine andern Stücke, die sich in der Natürlichkeit der Anlage, Leichtigkeit in der Ausführung und eine edle Ausdrucksweise empfehlen, sind zum großen Teil nach dem Französischen bearbeitet. Die bedeutendsten sind: &60voründ (Der Schwätzero), resitelnyjo (Der Unschlüssigen), Karantino (Die Schauspieler untereinandervy), «Rüsskij Fausto (Der russ. Fausto), Cärskoje slovos (Das Zarenworto), eine histor. Komödie, die sehr beliebt ward und häufig über die Bühne ging; «Sinöwij Bogdän Chmélnickij, ili prisojedinénije Malorôössijio (4Zenobius Bogdan Chmelnizkij, oder die Einverleibung Kleinrußlandso), ein histor. Drama. Ces sämtliche Werke erschienen zu Petersburg (3 Bde., 1849). Eine Biographie C.s, von Sawinow, findet sich in der Zeitschrift Ssemejnyj Krugy (1859).