FeedChrist (Jos. Ant.)
MusikBrockhaus 1882

Christ (Jos. Ant.), berühmter Schauspieler, geb. in Wien 1744, sollte in einem Jesuiteninstitut erzogen werden, entfloh jedoch und machte als Husar einen Teil des Siebenjährigen Kriegs mit. Nachher (1765) trat er unter dem Namen Puitangi bei der Ilgenerschen Truppe in Salzburg auf, dann in Klagenfurt, wo er sich zum Tänzer ausbildete, in Wien, Prag, Braunschweig und seit 1774 unter Döbbelin in Dresden. Seitdem spielte er in Berlin, 1778 zu Hamburg und 1779 unter Bondini zu Dresden. Im J. 1783 ging er auf ein Jahr nach Petersburg, blieb hierauf gegen sechs Jahre in Riga, vier Jahre in Mainz, bis er 1793 bei der Secondaschen Gesellschaft eintrat, bei welcher er 1815 sein 50jähriges Jubiläum feierte. C. starb zu Dresden 25. März 1823. Alle vorzüglichen Eigenschaften der ältern deutschen Schauspielerschule vereinigten sich in ihm: Natürlichkeit des Spiels, treffliche Mimik, gediegener Vortrag und geistiges Erfassen der Rolle. Die Charaktere, welche Grazie und gesellschaftliche Gewandtheit erfordern, gelangen ihm am besten. — Seine Tochter zweiter Ehe, Friederike Antonie Josephine C., verehelichte Schirmer, geb. 1785, war als Darstellerin für muntere und sentimentale Partien, später für Anstandsdamen und Mütter eine Zierde des Hoftheaters zu Dresden, wo sie 31. März 1833 starb. Christ (Wilh. von), namhafter Philolog, geb. 2. Aug. 1831 zu Geisenheim im Rheingau, erhielt seine Gymnasialbildung in Wiesbaden und Hadamar, studierte 1850—53 in München und Berlin klassische Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft, war dann einige Jahre Gymnasiallehrer an dem Maximilians-Gymnasium in Varloleat bis er 1860 als Professor der klassischen Philologie an die Universität München berufen wurde. Auch ist C. al An des philol. Seminars, Konservator des königl. Antiquariums und ständiges Mitglied des obersten Schulrats. Durch Verleihung des Verdienstordens der bayr. Krone besitzt er seit 1876 den nißt, sind unter K aufzusuchen. persönlichen Adel. Die größern Werke C.s sind: „Grundzüge der griech. Lautlehrev (Lpz. 1859), (gemeinsam mit Paranikas, Lpz. 1871), «Metrik der Griechen und Römerp (2. Aufl., Lpz. 1879); in der Bibliotheca Teubnerianas erschienen von ihm die kritischen Ausgaben des Pindar (1869) und der Poetiko des Aristoteles (1878), auch an der großen kritischen Ausgabe des Cieero von Halm und Baiter beteiligte er sich durch Bearbeitung der Außerdem lieferte er eine große Reihe von Beiträen zu den Abhandlungen der bayr. Akademie der

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 349Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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