FeedDöbelin
GeschichteBrockhaus 1882

Döbelin (auch Döbbelin, Karl Theodor), deutscher Theaterdirektor und Schauspieler, wurde 27. April 1727 zu Königsberg i. Pr. geboren, ging, nachdem er in Halle und Leipzig Jura studiert hatte, vorher auch einige Zeit Soldat gewesen war, zur Gesellschaft der Neuberin, nahm 1752 ein Engagement bei der Schuch, 1754 bei der Ackermannschen Gesellschaft an, gründete aber 1756 eine eigene Gesellschaft, deren Vorstellungen im April ihren Anfang nahmen. Schon in der zweiten Stadt seiner direktorialen Wirksamkeit, in Wien, mußte er seine Gesellschaft aufgeben; auch eine zweite, die er 1757 begründete und mit der er in Köln und Düsseldorf spielte, löste sich 1758 wieder auf. Nun war D. wieder bis 1766 Mitglied der Ackermannschen, dann der Schuchschen Gesellschaft, und gründete 1767 die dritte Gesellschaft, welche er bis 1789 leitete, dann aber an den Hof in Berlin abtrat und die 9 die Grundlage des berliner Hoftheaters wurde. D. starb 10. ene 1793 zu Berlin. Er gehörte zu den einsichtsvollen Theaterdirektoren, der nicht nur viele der besten Kräfte (unter andern Fleck, Christ, Madame Schick, Mattausch) um sich zu scharen wußte, sondern auch bewußt eine gereinigte Bühne anstrebte. Als Schauspieler gefiel er namentlich in typischen Partien. — Seine Tochter, Karoline Maximiliane, geb. 1758 zu Köln, war eine vortreffliche Vertreterin älterer komischer Charakterrollen. Sie spielte schon 1762 bei Ackermann in Zürich, begann aber 156 eigentliche theatralische Laufbahn erst 1775 in Berlin, wo sie, seit 1815 dem Theater fern, 1828 starb. — D.s ältester Sohn, Karl Konrad Kasimir D., der ebenfalls eine tüchtige Truppe leitete, ist der Vater von Konrad Karl Theodor Ernst D., geb. 17. Nov. 1799 zu Neubrandenburg, der 1817 nach aufgegebener kaufmännischer Carrière in Posen debütierte und seitdem die Gesellschaft seines Vaters auf ihren verschlungenen Pfaden begleitet hat. Nach dem Tode des Vaters übernahm er die Gesellschaft, gehörte 1823—24 der Pichlerschen Truppe an und wurde endlich 1826 Regisseur und Mitglied des Hoftheaters zu Coburg-Gotha. Im J. 1852 pensioniert, starb D. 13. Dez. 1856 zu Coburg. Er war ein tüchtiger komischer Schauspieler; auch seine Gattin Auguste, geborene Lange (1803 —42), leistete Gutes auf der Bühne.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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