FeedChrisma (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Chrisma (grch.) heißt das heilige Salböl, das in der Pries Kirche zuerst bei der Taufe, dann auch bei der Priesterweihe, später noch bei andern Sakramenten und sakramentalischen Handlungen in Anwendung kam. Die Salbung kommt schon im Alten Testament bei der Priester⸗ und Königsweihe vor. In der christl. Kirche tritt sie zuerst auf bei den Ebioniten und Gnostikern, seit Ende des 2. Jahrh. als allgemeiner Brauch der kath. Kirche namentlich bei der Taufe, aber auch bei Krankenheilungen in Verbindung mit der schon früher üblichen Handauflegung. Beide Handlungen waren ursprünglich Symbole der Geistesmitteilung, wurden aber frühzeitig als 2Hert kakfächlich v gedacht, durch welche der Heilige Geist thatsächlich von dem einen auf den andern 5, erlolorr 51e werde. Seit dem Ende des 2. Jahrh. erfolgte die Salbung immer ausschließlicher durch die Bischöfe als spezifische Träger des Heiligen Geistes. Ursprünglich bestand das C. aus reinem Olivenöl, und noch gegenwärtig gebrauchen die griech. und röm.⸗kath. Kirche bei der Taufe und der letzten mir nur solches. Schon früh jedoch wurde es mit Balsam und andern aromatischen Stoffen versetzt und wird in dieser Form zur Firmung, Priesterweihe, Konsekration der Altäre und Kirchen u. s. w. im griech. und röm. Kultus angewendet. Bei den Katholiken weiht alljährlich am Grünen Donnerstage der Bischof das C. für die ganze Diöcese, bei den Griechen dagegen weihen es die Patriarchen. Die Bezeichnung mit dem C. geschieht in Kreuzesform.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 349Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6