Ciarla (Raffaello), ital. Majolikamaler des 16. Jahrh. Die von ihm dekorierten Gefäße ge-Name zu derjenigen Kategorie, welche unter dem namen Urbinatischer, auch Rafaelischer Gefäße bekannt sind, weil der Sage nach Rafael in seiner Jugend Töpfe bemalt haben sollte, während in Wahrheit das Vorkommen Rafaelischer Motive im Sinne der Loggien des Vatikans auf zeitgenössischen Majoliken sich einfach aus der Ausbeutung der monumentalen durch die gewerbliche Kunst erklärt. So hatte schon Ces Lehrer Orazio Fontana gewirkt, und C. folgte nach. Seine Blüte fällt um 1550 zu Urbino, wo ihn Herzog Guidobaldo beschäftigte. Auch für Philipp II. von Spa nien war er thätig. ö
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei