Antikenkabinet, nu., Antikensammlung, k., Sammlung von antiken plastischen Kunstwerken, zu unterscheiden von Alterthumssammlung, die Alterthümer der verschiedensten Perioden enthalten kann; da die Antiken selten ganz unverletzt, meist etwas verstümmelt, verwittert od. sonst wie des eleganten Neuansehens beraubt sind, so muß man die Räume, in denen man sie aufstellen will, so einrichten, daß die Antiken in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt, sondern vielmehr unterstützt werden. Zuvörderst gebe man ihnen Oberlicht od. wenigstens hohes Seitenlicht, für alle plastischen Kunstwerke das beste; ferner male man die Wände ziemlich dunkel, um das gewöhnlich etwas schmutzige Weiß des alten Marmors zc. zu heben, und gebe ihnen eine solche Farbe, die einen warmen Reflex auf die Statuen hervorbringt; endlich dekorire man sie ganz einfachu. schlicht, damit man nicht durch das Wohlgefallen an den Dekorationen von der Beschauung der Antiken abgezogen werde. Noch mehr gilt dies von solchen Lokalen, wo Kopien von Antiken in Gips aufgestellt werden so llen, weil Gips ein in seiner Wirkung viel bescheideneres Material ist als Marmor; doch dürfen dabei die Räume nicht dürftig erscheinen, sie müssen große, angenehme, frei und erhaben wirkende Verhältnisse haben, brauchen auch nicht geradezu ganz schmucklos zu sein; auch müssen hier u. da Nischen, Hallen oder andere derartige Partien angebracht werden, je nach den vorhandenen Figuren, die etwa eine solche oder andere besondere Aufstellung verlangen. Als Muster in Bezug auf Aufstellung kann die Sammlung im Vatikan, in Bezug auf Beleuchtung die Glyptothek in München gelten; in Bezug auf Dekoration hat eigentlich noch keine der uns bekannten Antikensammlungen das rechte am richtigsten abgewogen scheint uns die Dekoration im Antikenkabinet in Dresden. I8.