FeedChigi (spr. Kidschi)
GeschichteBrockhaus 1882

Chigi (spr. Kidschi), röm. Fürstengeschlecht, das aus Siena stammt. Agostino C. war der eifrigste Gönner Rafaels, der für ihn in seinem Gartenhause, der nachmaligen Farnesina, die Galatea und die Fabel der Psyche malte, und förderte andere berühmte Künstler der Zeit, darunter seine Landsleute Baldassarre Peruzzi und Soddoma, von denen der erstere die Farnesina baute, der andere sie durch treffliche Fresken schmückte. Er starb in Rom 1520. Vgl. G. Cugnoni, «Agostino C. il Magnificop (Rom 1881). Die Familie gelangte in Rom um 165⁵ . neuem Glanze durch Fabi o C., der als Alexaner VII. den päpstl. Stuhl bestieg. Das Fürstentum Campagnano in der röm. Campagna und das Herzogtum Ariccia wurden den C. zuteil, deren röm. Palast, am Corso und Piazza Colonna gelegen, zu den ansehnlichsten der Stadt gehört. In Sta.⸗Maria della Pace und Sta.⸗Maria del Po-Dom besitzen sie schöne Kapellen, jene durch Rafaels andgemälde der Sibyllen, diese durch die nach desselben Künstlers Zeichnungen ausgeführten Musive der Kuppel, den Planetenkreis darstellend, bemerkenswert. Neuerdings haben die C. durch Erbschaft den Namen der Albani, der Familie Papst Clemens' XI., dem ihrigen beigefügt. Sie bekleiden die Würde von Erbmarschällen des Konklave. — Das gegenwärtige Haupt der Familie ist Don Mario n Chigi-Albani, Marschall der röm. Kirche und Hüter des Konklave, geb. 1. Nov. 1832, seit 1. Sept. 1857 vermählt mit Donna Antoinette, Tochter des Fürsten von Sayn-Wittgenstein-Ludwigsburg. Sein Oheim, Don Flavio, Fürst C., geb. 31. Mai 1810, bis 1848 Offizier in der päpstl. Nobelgarde, trat dann in den geistlichen Stand, wurde, als Erzbif chof von Mira in partibus, Nuntius in München, hierauf in Paris, wo er den päpstl. Stuhl unter schwierigen 945 um Rar mit Umsicht vertrat, bis er 20. Dez. 1873 zum Kardinal ernannt wurde. Seitdem lebt er zu Rom. In Siena besteht die Familie Chigi-Zondadari, welcher in der mediceischen Zeit das Marquisat San-Quirico gehörte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 258Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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