FeedCimarösa (Domenico)
ErdkundeBrockhaus 1882

Cimarösa (Domenico), einer der bedeutendsten und fruchtbarsten ital. Opernkomponisten, wurde 17. Dez. 1749 zu Aversa in der ital. Provinz Caserta als der Sohn eines Maurers geboren und kam als Waise früh nach Neapel in die Armenschule der Minoriten. Hier wurde der Organist des Ordens, Pater Palcano, auf seine musikalischen Anlagen aufmerksam, unterrichtete ihn und bewirkte 1761 seine Aufnahme in das Konservatorium Sta.⸗ Maria di Loreto, wo er von Manna, Fenaroli und Sacchini 11 Jahre lang unterwiesen wurde, besonders aber dem Rat und Beispiel Piccinis folgte, der damals alle Theater beherrschte. In dessen Weise schrieb er seine erste Oper Le stravaganze del conter, die 1772 in Neapel gegeben wurde, und viele andere, die sowohl in der ernst-heitern Gattung wie im Melodienreichtum mit Piccini glücklich wetteiferten und Cis Ruhm begründeten. L'Italiana in Londraos und L'Impresario in angustie sind die bekanntesten derselben. Im J. 1787 wurde er von der Kaiserin Katharina II. von Rußland nach Petersburg berufen, wo er viele Werke komponierte und ebenso hochgeehrt wurde wie sein Vorgänger Paisiello. Des Klimas wegen verließ er Rußland und wandte sich zunächst nach Wien, wo er 1792 mit seinem Meisterwerke II matrimonio segreton (Die heimliche Ehes) einen Erfolg nißt, sind unter K aufzusuchen. erzielte, wie er selten gewonnen wird; Kaiser Leopold war bei der ersten Vorstellung so begeistert davon, daß er die 7* an demselben Abend sofort wiederholen ließ. Das Werk, welches in Italien fast noch enthusiastischer aufgenommen wurde, wird auch als ein Meisterstück der Opera buffa bei seinem Melodienreichtum, Feuer, Humor und lebendig dramatischen Inhalt niemals veralten. Bis dahin hatte C. bereits etwa 70 Opern geschrieben. In den nächsten Jahren lebte er in Italien, beschäftigte sich aber nicht bloß mit der Komposition für dortige Theater, sondern beteiligte sich 1798 auch an dem Aufstande in Neapel, wurde verhaftet, zum Tode verurteilt, jedoch von König Ferdinand begnadigt. Er wandte sich nach Venedig, und während er dort an der Komposition der Oper «Artemisiay arbeitete, starb er 11. Jan. 1801 an einer Unterleibsentzündung. Der unerwartet eintretende Tod veranlaßte das grundlose Gerücht, daß er als Revolutionär von seiten der Regierung vergiftet worden sei. Neben seinen 76 Opern fällt das, was er an Kirchenmusiken und kleinern Gesangstücken geschrieben hat, wenig ins Gewicht. Eimbel (Cymbah), eine kleine Orgelpfeife von scharfem Klang. Eimbelstern, ein beliebtes Schaustück in ältern Orgeln, war ein außen sichtbarer Stern mit kleinen Glocken, deren Geklingel zu Weihnacht und bei andern Gelegenheiten die Festfreude erhöhte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 399Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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