Cirkumversion (lat.), Umdrehung. Eirkumvolution (lat.), Umwickelung, Umwälin i Windung, . B. des Gehirns. irkus hieß bei den alten Römern die große, länglichrunde Rennbahn für Roß und Wagen, in welcher die Wettrennen, die davon so genannten Circenses (s. Circensische Spiele) gehalten wurden. Die älteste und größte Anlage dieser Art war der C. Maximus, welcher in der Niederung zwischen dem Palatinischen und Aventinischen Hügel von den Königen angelegt, später besonders von Julius Cäsar sehr erweitert wurde. Nach dem großen Brande führte Nero einen Neubau auf, und einen abermaligen begann Domitian und vollendete Trajan. Die letzten Rennen in demselben fanden 549 n. Chr. statt. Der C. Maximus bestand aus einer geebneten Fläche, die von drei Stockwerke hohen, auf gewölbtem Mauerwerke ruhenden Galerien umgeben war, welche die stufenweise erhöhten, anfänglich nach den 30 Curien abgeteilten Sitze der Zuschauer bildeten und nach außen mit Bogenstellungen und Säulen verziert waren. Das unterste Stockwerk war durch ein Geländer geschützt. Zu größerer Sicherheit ließ Cäfar noch einen Kanal davor graben, welcher Euripus hieß, etwa 3 metief und ebenso breit war, und sich um die beiden Lang⸗ und die eine, halbkreisförmige Schmalseite herumzog, den aber schon Nero, um Raum zu gewinnen, wieder zuschütten ließ. An der andern Schmalseite lagen die Wa-Zei und Pferdeschuppen (carceres), die auf ein eichen mit dem weißen Tuche durch eine mechan. Vorrichtung zugleich aufsprangen und die darin zum Ablauf aufgestellten Wagen herausließen; sie waren überwölbt und an beiden Ecken mit turmartigen Oberbauen versehen, daher sie auch oppidum (Stadt) genannt wurden. Auf dem längern Durchmesser des mit Sand bestreuten Platzes (arena), auf welchem die Spiele gehalten wurden, erhob sich eine niedrige Mauer (spina), oder Mauern, die Wasserbecken umgaben, an deren Enden sich je drei Säulen auf einem Fußgestelle (metae) befanden, um welche die Kämpfer siebenmal umlenken mußten, ehe der Preis bestimmt wurde. Mitten auf der spina errichtete Augustus einen aus Agypten gebrachten Obelisk, einen zweiten noch im 4. Jahrh. Konstantius; außerdem war sie 6 mit Statuen, Säulen, kleinen Heiligtümern u. s. w. verziert. Auch waren darauf Säulenstellungen angebracht, die je sieben Delphine oder sieben Eier trugen, mittels welcher die Umläufe gezählt wurden. Dionys von H alikarnaß gibt die Länge des C. Maximus 7 3½ Stadien (650 m) und die Breite auf 4 Plethren (ungefähr 125 m) an. Zur Zeit des Vespasian faßte er, nach Plinius, 250000 Zuschauer; im 4. Jahrh. war die Aue der Sitzplätze auf 385000 angewachsen. AÄußerlich war der C. von Arkaden umgeben, wo sich viele Wahrsager, Gidiele Kramidd u. dgl. auf-Arden wie denn auch viele Kramläden in diesen rkaden und um sie herum errichtet waren. Gegenwärtig ist dieser Prachtbau bis auf wenige Hargeringe Überreste verschwunden. Vgl. über Dar stellungen des C. Maximus auf Münzen Friedländer, «über einige röm. Medaillons v (Berl. 1873). Nach dem C. Maximus war der älteste der C. Oten Tiberuf in der zehnten Region nahe dem rechten Tiberufer, dessen Gründung auf den Censor Gajus Flaminius zurückgeführt wird, worin einst Augustus dem Volke ein seltenes Schauspiel gab, indem er ihn mit Wasser fllen und mit 36 Krokodilen besetzen ließ, die hier erlegt wurden. Der C. Neronis (Vaticanus) ist besonders durch die dort von Nero gegen die Christen verübten Grausamkeiten berühmt; der gewöhnlich C. des Caracalla genannte, aber erst von Maxentius erbaute C. ist wichtig, weil sich beträchtliche Ruinen davon außerhalb der Porta San-Sebastiano erhalten haben. In späterer Zeit finden sich in mehrern Städten Italiens für das dort Eien mehr beliebte und verbreitete Ballspiel allerlei eirkusartige räumliche Einrichtungen, wie z. B. in Perugia. In Spanien besitzt jede bedeutendere Provinzialstadt dergleichen für die Stiergefechte (. d.). Gegenwärtig pflegt man auch die größern Rundbaue zu Darstellungen für Reitkünstler u. s. w. als C. zu bezeichnen. Eird, Flecken in der ital. Provinz Catanzaro, 32 Em nördlich von Cotrone, 5 Km vom Jonischen Meere * einem Hügel an der Eisenbahn Taranto-Reggid, hat ein Seminar und zählt (1881) 4189, als Gemeinde 6002 E., welche Sardellenfang und Seidenspinnerei treiben. Der Ort wurde 1832 durch Erdbeben teilweise zerstört. Eirrhipeden, Rankenfüßer (Cirrhipedia), heißt eine eigentümliche Ordnung festsitzender, meist hermaphroditischer Krustentiere ohne Fühler und mit zu Ranken umgewandelten Füßen. Ehe man die Entwickelung dieser Tiere kannte, hielt man sie für Mollusken wegen der Schalen, welche die meisten besitzen. Die dem Ei entschlüpfenden Jungen haben einen ungegliederten Leib, bauchständigen nißt, sind unter K aufzusuchen. Mund, der in einen geraden, hinten zwischen zwe Spitzen mündenden Darm übergeht, ein einfaches meist rotes Stirnauge und drei Paar gegliederte Anhänge, von welchen die vordern als Fuhler, di mittlern und hintern, die mit Ruderborsten ver Liene und zweispaltig sind, als Schwimmorgan ienen. Diese Grundform der Jungen, die mar Nauplius genannt hat, haben die C. mit den Krebs flöhen (Cyclops) und vielen andern Krustentierer gemein. Der Nauplius der C. unterscheidet sick durch zwei seitliche Spitzen des Rückenschildes und geht später in eine andere uthund. 5n über, die eine zweiklappige Schale besitzt und den Muschel krebsen (Cypris) ähnlich ist. Sodann setzt sich das Tier fest an unterseeische Körper oder auch schma. rotzend an andere Tiere. Die Schmarotzer verlie. ren jede Spur von Bewegungsorganen; bei den andern werden dieselben in zweispaltige Ranken verwandelt. Fühler, Augen u. s. w. gehen immer zu Grunde. Bei den Schmarotzern schwinden selbst die Verdauungswerkzeuge und werden durch Röhren ersetzt, welche die Organe des Wohntiers umspinnen; bei den andern bleibt ein kaum bewaffneter Mund mit Darmkanal. Man unterscheidet die Seepocken (Balanida) auf Felsen oder der Haut großer Tiere (z. B. Walsische) aufsitzend, mit einer becherförmigen, meist aus sechs Hauptstücken bestehenden schweren Kalkschale; die Entenmuscheln (Lepadida) mit zweiklappiger, aus mehrern Stücken zusammengesetzter Schale, welche mittels eines lederartigen Stiels festsitzen; die Bauchkrebse (Abdominalia) ohne Schale, welche sich in Muschelschalen einbohren; endlich die Wurzelkrebse (Khizocephala), die auf andern Krustern schmarotzen und deren Körper in einen Geschlechtsber umgewandelt ist, aus welchem die den Darm er Wohntiere umspinnenden Röhren hervorgehen. Vgl. Darwin, Monograph of pedunculated and sessile Cirrhipedia (2 Bde., Lond. 1851—53).