Cypselus (grch. Kypselos), Edelmann in Korinth, Sohn des Lapithen Cötion und der Labda, die aus dem großen Hause der Bacchiaden stammte, welches damals an der Spitze der in Korinth herrschenden Aristokratie stand. Er soll von seiner Mutter als Kind in einem Kasten oder einer Lade (orch. Khεhn) verborgen und dadurch glücklich gerettet worden sein, als die Bacchiaden, durch ein Orakel vor ihm gewarnt, ihn zu ermorden versuchten. Im J. 655 v. Chr. stürzte C. die korinth. Aristokratie, riß die Tyrannis an sich und führte sein in hohem Grade populäres Regiment bis zu seinem ode (625). Der sog. Kasten des C., der von seinem Sohne Periander, wie es heißt, im dankbaren Andenken an die wunderbare Errettung ihres Ahnherrn in dem Heratempel zu Olympia als Weihgeschenk niedergelegt worden war, wo er noch am Ende des 2. Jahrh. n. Chr. sich befand (und auf den jene Sage wohl hauptsächlich sich begründete), war ein berühmtes Kunstwerk. Er bestand aus Cedernholz, war von bedeutendem Umfange und ringsum in fünf übereinander laufenden Streifen mit Figuren verziert, die teils aus dem Holze herausgearbeitet, teils aus Gold und Elfenbein eingelegt waren und meist Scenen aus der heroischen Mythenzeit darstellten. Die Figuren waren dur Inschriften in Versen erläutert. Vgl. Overbeck, Über die Lade des Kypselos (Lpz. 1865).