FeedCispadanische Republik hieß der Staat
GeschichteBrockhaus 1882

Cispadanische Republik hieß der Staat, der 20. Sept. 1796 nach der Schlacht von Lodi nebst der Transpadanischen Republik von Bonaparte mißt, sind unter K aufzusuchen. ebildet wurde und anfangs aus Modena, Reggio, earn und Bologna bestand. Die Republik erhielt eine Konstitution nach Art der französischen; die Rre: Mihn Behörde bildete ein Direktorium von drei Mitgliedern. Neben dem Direktorium hutrden ein Großer Rat von 60 und ein Rat der Alten von 30 Mitgliedern. Das ganze Gebiet war in 10 Departements geteilt und hatte ungefähr 1000 000 E. Die Waides wurden 29. April 1797 unter großem Jubel des Volks eingesetzt; allein infolge der Agitation der demokratischen Partei erklärten sich Modena und Reggio schon im Mai für die Cisalpinische Republik (s.d.). Zur Ausgleichung versprach Bonaparte der Cispadanischen Republik die im Frieden zu Tolentino 19. Febr. 1797 vom Papste abgetretene Delegation der Romagna und das Gebiet Mesola und suspendierte zugleich bis zur Einteilung dieser Provinz in Departements die Sitzungen des Rats. Da aber die Romagna ebenfalls in die Cisalpinische Republik zu treten verlangte, so mußte auch Bologna und Ferrara auf Selbständigkeit verzichten und sich im Juli 1797 mit der Cisalpinischen Republik vereinigen. Ciorhenanische Republik, ein Staat, der nur dem Namen nach bestanden hat. Als nämlich 1797 infolge der Operationen der franz. Armee auf dem linken Rheinufer die deutschen Regierungen wig Köln wurden, traten mehrere deutsche Städte, wie Köln, Bonn, Aachen, zusammen, um nach dem Beispiel der ital. Staaten eine Republik zu bilden. Dieselbe 4-91 im Sept. 1797 den Namen Cisrhenanische Republik an und stellte sich unter den chutz der Französischen. Allein schon im Frieden zu Campo-Formio (17. Okt. 1797) willigte Österreich insgeheim in die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich, sodaß die Organisation der neuen Republik gar nicht zu Stande kam. issampelos L., Pflanzengattung aus der Familie der Menispermaceen. Die Arten derselben wachsen hauptsächlich in den Tropengegenden Amerikas und Afrikas; eine Art kommt jedoch auch in den übrigen Tropengegenden vor. Es sind sämtlich kraut-oder holzartige Schlingpflanzen mit diöcischen, unscheinlichen, meist in Trauben oder Doldentrauben stehenden Blüten; die Frucht ist eine fast kugelige Steinfrucht. Die bekannteste Art ist die sowohl in Ostindien wie im tropischen Amerika vorkommende C. Pareira L., die Wurzel derselben entfeuh Pelosin; die sog. Pareirawurzel, welche rüher offizinell war, sollte von C. Pareira stammen, ist dies nach neuern Untersuchungen nicht der Fall; die unter jenem Namen bekannte Wurzel tanutt von der ebenfalls zu den Menispermaceen gehörenden und in den Tropengegenden Amerikas einheimischen Botryopsis platyphylla St. HI. issey (Ernst Louis Octave Courtot de), franz. Divisionsgeneral und Staatsmann, wurde 23. Dez. 1811 zu Paris geboren und erhielt seine militärische Ausbildung 1830—32 erst auf der Militärschule zu St.⸗Cyr und dann in der Generalstabsschule. Nachdem C. 1835 zum Lieutenant ernannt ward, ging er nach Algerien und zeichnete sich in dem Kriege gegen die Kabylen mehrfach aus, insbesondere beim Sturm auf Konstantine und in der Schlacht von Isly. Im Orientkriege wurde er wegen seiner in der Schlacht bei Inkjerman 1854 bewiesenen Tapferkeit zum Brigadegeneral ernannt und erhielt 1863 als Divisionsgeneral das Kommando der 16. Division in Rennes. Im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 befehligte C. die 1. Division des 4. Armeekorps, beteiligte sich an den Kämpfen um Metz 14., 16. und 18. Aug. und bei Noisseville (31. Aug.) und geriet durch die Kapitulation von Metz 28. Okt. in deutsche Kriegsgefangenschaft. —π dieser Zeit starb seine in Frankreich zurückgebliebene Gattin. Nach Abschluß der Friedenspräliminarien nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt er ein Kommando in der Armee von Versailles, leitete die Angriffe gegen die Südfront von Paris, drang 22. Mai 1871 zuerst in die Stadt ein, bemächtigte sich rasch des ganzen linken Seineufers und wurde nach Unterdrückung des Commune-Aufstandes zum Kommandeur des 2. Armeekorps ernannt. Bereits bei den Wahlen vom 8. Febr. 1871 in die Nationalversammlung gewählt, erhielt C. von dem Chef der Exekutivgewalt, Thiers, 5. Juni das Kriegsministerium übertragen. In dieser Stellung hatte C. hervorragenden Anteil an der Reorganisation der franz. Armee. Nach dem durch legitimistisch-orléanistische Umtriebe herbeigeführten Sturze Thiers' 24. Mai 1873 trat C. zurück, erhielt jedoch bei der neuen Einteilung der franz. Armee in 18 Korps den Oberbefehl über das 9. in Tours. Nachdem auch das Ministerium Broglie 22. Mai 1874 gestürzt worden war, +— ihn der Präsident der Republik, Marschall? ½ mit der Neubildung des Ministeriums, in welchem C. den Vorsitz und das Portefeuille des Kriegs erhielt. Als, durch die parlamentarische Krisis veranlaßt, Mac-Mahon 10. März 1875 dem bisherigen Präsidenten der Nationalversammlung, Buffet, den Vorsitz des Conseils übertrug, behielt C. das Kriegsministerium, ebenso zunächst, als nach dem republikanischen Ausfall der Wahlen im Febr. 1876 Dufaure vom Marschall-Präsidenten den Auftrag zur Bildung eines neuen Ministeriums erhielt; doch trat C., welcher im Dez. 1875 zum lebenslänglichen Senator gewählt worden war, bald zurück und übernahm das Generalkommando des 11. Armeekorps in Nantes. Wegen der ihn stark bloßstellenden Enthüllungen des Prozesses gegen den Oberstlieutenant Jung vom Kriegsministerium wurde C. 1880 aus der aktiven Generalität entlassen und trat dann in den Ruhestand, obgleich die Parlamentskommission, welche zur Untersuchung der gegen ihn erhobenen, auf Landesverrat und Erpressung gerichteten Beschuldigungen 797 war, ihn freigesprochen hatte und dies Urteil im April 1881 von der Kammer bestätigt worden war. Nach längern Leiden starb C. am 15. Juni 1882 zu Paris.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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