Citadelle (vom ital. cittadella, Städtchen, feste Burg) heißt ein in die Umwallung einer Festung aufgenommenes, im übrigen zur selbständigen Verteidigung eingerichtetes geschlossenes Werk, welches zugleich nach dem Innern der Festung Front macht. Um in dieser Richtung ein freies Schußfeld zu gewähren, sind die innern Linien von der Stadt durch einen freien Raum von ungefähr 600 Schritt Breite getrennt, den man die Esplanade nennt. C. liegen gewöhnlich auf erhöhten Punkten, sodaß sie die anliegenden Werke beherrschen, und womöglich I daß ihre äußern Fronten unangreifbar sind. n der C. hat man ein Werk, das der Belagerer erst nach Wegnahme der übrigen Festung förmlich anzugreifen vermag, wohin sich also die Besatzung nach Räumung der letztern zurückzuziehen im Stande ist. Man beherrscht zugleich die Stadt, was namentlich gegenüber einer unzuverlässigen Bevölkerung von Wert ist (Fort Winiary bei Posen). In der Gegenwart, die den Schwerpunkt der Verteidigung in das Vorterrain und die Außenforts legt, sind C. nur noch von untergeordneter Bedeutung, um so mehr, da sie dem heutigen Geschützfeuer gegenüber bis zu dem Moment, wo sie in Kraft treten, nicht hinreichend intakt zu erhalten sind (Straßburg 1870). [Fiaker in Paris.