Clausen Ain Shs Astronom, geb. 16. Jan. 1801 zu Nübel in Schleswig, bildete sich auf dem Lande unter Leitung des Pastors Holst in Schnabeck (Amt Sonderburg) zum tüchtigen Mathematiker aus und publizierte im J. 1823 seine erste größere Arbeit: «Berechnung der Sternbedeckungen vom Monde zur Bestimmung der geographischen Längey in den Astronomischen Nachrichteno. In demselben Jahre folgte eine zweite mathem. Arbeit. Er siedelte nun nach Altona über, wo er an der unter Schumachers Leitung stehenden Sternwarte beobachtend und rechnend thätig war und zahlreiche Abhandlunen über die verschiedensten Gegenstände aus der Mathematik, Optik und Astronomie veröffentlichte. Von hier ging er nach München in das optische Institut von Utzschneider, kehrte indessen nach einigen Jahren als Observator an die altonger Sternwarte zurück. Er veröffentlichte 1840 eine sehr bedeutende Abhandlung über den merkwürdigen Kometen des J. 1770, für welche ihm der Preis von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Kopenhagen zuteil wurde. Im J. 1842 wurde er unter Mädler Observator an der Sternwarte in Dorpat, 1866 der Nachfolger Mädlers im Direktorat derselben, welche Stellung er bis zu seiner Pensionierung 1872 bekleidete. Die größte Bedeutung hat C. als rechnender Astronom gefunden und namentlich beschäftigte er sich viel mit der Bearbeitung von Kometenbahnen. Die bekannte Ludolphsche Zahler berechnete er bis auf 250 Dezimalstellen.