FeedArpäd
GeschichteBrockhaus 1882

Arpäd, der erste Großfürst der Magyaren, die unter seiner Anführung s Meic in Besitz nahmen, zugleich der Begründer des Reichs und Ahnherr der ungar. Könige von Stephan dem Heiligen bis Andreas III. (997—1301), die deshalb Arpaden genannt werden. A. war vor 894, in den frühern Sitzen der Ungarn am Bug, Dnjestr, Pruth und Sereth, Großfürst. In Konstantinopel herrschte seit 886 Leo der Weise, der die Magyaren zum Kampf gegen die Bulgaren aufforderte, welche auch von den erstern unter der Anführung Liutins, eines Sohnes des A., dreimal besiegt wurden. Im J. 893 finden sich die Magyaren zuerst auch westlich von den Karpathen, indem sie in Gemeinschaft mit Kaiser Arnulf die Mähren bekämpften; 894 brachen sie zum erstenmal in Deutschland ein. Um diese Zeit also wird A. sein Volk in die Ebenen der ů+— eführt haben, wo überall zwar eine dünne Bevölerung (Slawen), aber Rae staatliche Verbindung sich befand. Auch die Besetzung des eigentlichen Pannonien erforderte keine großen Kämpfe, da weder Arnulf noch seine schwachen Nachfolger ausreichende Macht besaßen; das Reich der Mähren aber wurde ebenfalls von den Magyaren 905—907 vernichtet. Zwischen den Petschenegen, welche die frühern östl. Sitze der Ungarn eingenommen hatten, und diesen letztern bildete wahrscheinlich das heutige Siebenbürgen als herrenloses Land eine Grenzscheidung. Nach der Sage 45 Juhutum, ein ungar. Heerführer, es auf Befehl A.s erobert. Aus Kaiser Konstantinus' Schriften geht hervor, daß die ungar. sieben Stämme (lein achter waren die Kabaren, die sich von den Chasaren getrennt und mit den Ungarn vereinigt hatten) an den Flüssen unter ihren Stammeshäuptern wohnten, die wieder unter dem Großfürsten standen. Das Verhältnis der Unterordnung ist unbekannt. A. soll, nachdem er 898 einen Reichstag nach Szegedin berufen und die Verwaltung und Rechtspflege geordnet hatte, 907 gestorben sein; er hinterließ einen minderjährigen Sohn. A.s Leben ist vielfach Gegenstand der Dar-Maana in der nationalen Kunst und Litteratur der Magyaren geworden. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 953Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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