FeedCoks
NaturlehreBrockhaus 1882

Coks (Kohks, Kokes, Koks, Coaks; engl. coke oder ooak), von dem nicht gebräuchlichen Singular Cok, sind die durch Verkohlung oder Vercokung der Steinkohle dargestellten Kohlen, die man außerdem auch bei der Bereitung des Steinkohlengafes als Nebenprodukt (Gaskoks) erhält. Das Vercofen, sehn 9 häufig, obgleich mit Unrecht, das Abschweeln genannt, hat den Zweck, 1) den Kohlenstoff-Phalt zu vergrößern, um mit den C. eine höhere Temperatur als mit den Steinkohlen erzielen zu können; 2) die während des Brennens, namentlich für Haushaltungszwecke, unangenehm riechenden Bestandteile zu entfernen; 3) den Steinkohlen die Eigenschaft zu benehmen, in der Hitze zusammenzubacken, wodurch besonders bei ihrer Anwendung in Eisenhohöfen die Gebläseluft durchzudringen verhindert ist; 4) einen Teil des Schwefels des in den Steinkohlen stets enthaltenen Schwefelkieses zu entfernen. Vor dem Vercoken der Steinkohlen ist häufig eine nasse Aufbereitung der Kohlen erforderlich, um die denselben anhängenden Gänge und Gesteine soweit als thunlich zu entfernen. Das Vercoken der Steinkohlen geschieht wie die Holzverkohlung in Meilern, Haufen, Ofen und Retorten. Im letztern Falle beabsichtigt man, die sich entwickelnden Produkte (Leuchtgas, Ammoniakwasser, Kohlenteer, aus welchem Benzol, Carbolsäure, Naphthalin, Anthracen u. s. w. abgeschieden werden) aufzufangen; die C. bilden dann nur ein Nebenprodukt der Fabrikation. Seitdem die C. ein überaus bedeutungsvolles Brennmaterial für die Metallurgie, für den Eisenbahnbetrieb und für häusliche Zwecke geworden sind, nimmt man das Vercoken der Steinkohlen fast durchweg in besondern Ofen (Coksöfen) vor, unter denen die von Gebrüder Appolt und die von Coppee konstruierten gegenwärtig die gebräuchlichsten sind. Die Darstellung der C. geschieht in sehr vielen Fällen auf den Kohlengruben und ermöglicht dann häufig eine lohnende Verwertung selbst solcher Kohlen, die, wegen ihrer äußern Beschaffenheit oder wegen Verunreinigung mit Kiesen und Schiefern, sonst als wertlose Massen auf die Halde zu stürzen sein würden. Durch Aufbereitungsarbeiten lassen sich solche Kohlen von ihren Beimengungen so weit befreien, daß die daraus dargestellten C. ein vortreffliches Brennmaterial darstellen. Fast staubförmige Kohlenkleine, die für sich in keiner Feuerung zu verwerten sein würden, werden durch die Vercokung zu dichten festen Massen umgewandelt. Nicht alle Steinkohlen eignen sich gleich gut für die Vercokung. Weder die jüngsten, den übergang zu den Braunkohlen bildenden Steinkohlen, noch die ältesten Steinkohlen liefern gute C. Nur backende Kohlen lassen sich mit Vorteil zur Bereitung der C. verwenden, und auch unter den backenden sind diejenigen vorzuziehen, welche in der Hitze gerade erweichen, ohne dabei zu schmelzen, weil diese die dichtesten, festesten C. liefern, während jene lockere, aufgeblähte C. geben, die wegen mangelnder Festigkeit dem Drucke der im Hohofen auf ihnen lastenden Beschickung nicht zu widerstehen vermögen und dabei durch ihr Zerbröckeln Störungen im Betriebe verursachen können. Die C. bilden eine gleichartige, metallisch glänzende, eisengraue, dichte und feste Masse, die schwer zu zerbrechen und zu zerdrücken ist und keine allzu großen Blasenräume enthalten darf. Wegen ihrer Dichte und des Mangels an brennbaren Gasen ist die Brennbarkeit der C. so gering, daß sie zu ihrer Entzündung starke Glühhitze und zum Fortbrennen einen kräftigen Zug, in der Metallurgie einen gepreßten Luftstrom, wie ihn das Gebläse liefert, verlangen. Gute C. sollen nicht über 5 Proz. Asche und möglichst wenig Schwefel enthalten. 100 kg Steinkohlen geben durchschnittlich 75 Kg C., 1 kg C. liefert über 7 kg Dampf. Die aus Braunkohle dargestellten C. (s. Grude) haben nur einen sehr untergeordneten Wert. Die in der Natur sich findenden Anthracite (s. d.) sind als von der Natur gebildete C. anzusehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 490Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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