FeedBeinöl
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Beinöl, n., s. Knochenöl. Veinschwärz, Knochenschwarz, n., Knochenkohle, f., Spodinm, n., franz. noir m. d'os, charbon m. d'os, engl. bone-black, nennt man die Produkte, welche man erhält, wenn Knochen oder knochenähnliche Substanzen, so besonders Elfenbein, bei thunlichst vollständigem Luft abschluß längere Zeit zum Glühen erhitzt werden. — Die Knochenkohle von sammetschwarzer, nicht glänzender Farbe in Form von kleinen Stückchen wird hauptsächlich in der Zuckerfabrikation zum Entfärben und Entkalken etc. des Zuckersaftes in großen Massen verbraucht. Die Verkohlung wird gegenwärtig hauptsächlich in dem in Fig. 499 bis 500 abgebildeten Ofen ausgeführt. In diesem Ofen sind 4 aufrecht stehende Cylinder CC und können von dem auf dem Rost R brennenden Feuer ziemlich gleichmäßig umspielt werden. Die untere Oeffnung der Cylinder kann durch einen Schieber 8 8 S dicht geschlossen werden und oben bei D D sind die Cylinder mit Deckeln gut und luftdicht verschließbar. Die aus den Knochen sich entwickelnden Dämpfe gelangen durch ein gemeinschaftliches Rohr h O bei Fin den Feuerungsraum und können dort durch vollständige Verbrennung gleichzeitig als Heizkraft— Erzeuger dienen. Durch die Löcher LLläßt sich beobachten, ob die Cylinder vollständig in Glut sind, und durch die Schieber 8S läßt sich die geglühte Knochenmasse in untergesetzte Gefäße BBbringen, worin sie bis zu vollständiger Verkohlung der nächsten Beschickung bei Luftabschluß zur Abkühlung verbleibt. Die Abfälle u. der feine Staub von der Darstellung der Zuckerkohle werden aufs feinste gemahlen u. geschlämmt und gut mit Säure u. Wasser gewaschen u. das dabei erhaltene Produkt wird hauptsächl. als Oelfarbe verwendet. Als Wasserfarbe bedient man sich dieses Schwarzes selten, weil es nicht gut deckt. Bei der Verwendung als Oelfarbenanstrich ist zu bemerken, daß, wenn man mit einem trocknenden Oel den feinsten Knochenkohlenstaub abgerieben hat, die Masse erst in einem Topf über Kohlenfeuer unter beständigem Umrühren erwärmt werden muß, damit das Ganze leichter trocknet. Nach diesem Erwärmen wird die Farbe erst mit Terpentin gemengt. Zu Darstellung von Beinschwarz als Farbematerial eignet sich in erster Linie vorzüglich das Elfenbein, und werden hierzu die Abfälle, welche bei sonstiger Bearbeitung des Elfenbeins entstehen, bes. gern verwendet V.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 327Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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