FeedColeopteren (Coleoptéra)
TierreichBrockhaus 1882

Coleopteren (Coleoptéra), Scheidenflügler oder Deckflügler, werden die Käfer genannt, weil deren vorderes Flügelpaar von einem härtern, meist hornartigen Gewebe nur die Decke oder Scheide der eigentlichen Flügel ausmacht und deshalb mit dem Namen der Flügeldecken belegt wird. Selten sind * Flügeldecken weich, fast häutig, oder so kurz, daß sie den Hinterleib nicht anz decken, wie bei dem Maiwurm (Meloé). Diese aan können sich vom Körper nur im rechten Winel entfernen und J im Fluge nicht, sondern bleiben während desselben nur in dieser Richtung ausgebreitet. Nur wenige Käfer breiten diese Flügeldecken beim Fluge nicht aus; bei einigen Käfergattungen sind sie längs der Mittellinie verwachsen, und es fehlen dann die Hinterflügel oder es können dieselben seitlich darunter hervorgebreitet werden. Selten sind sie nur angedeutet oder beinahe fehlend, wie beim Weibchen des Johanniswürmchens. Diese Flügeldecken tragen auch den Farbenschmuck, der viele Käfer auszeichnet, und die Beschaffenheit ihrer Oberfläche sowie diejenige des Kopfes und des Brustschildes bietet gute Kennzeichen zum Unterscheiden der Käferarten. Unter den Flügeldecken liegt das hintere Flügelpaar, welches die eigentlichen Flügel ausmacht. Diese sind häutig, geadert, länger als die Flügeldecken, im 1+7 der Ruhe vom Außenrande mittels eines Gelenks nach innen zurückgeschlagen und außerdem der Länge nach gefaltet, sodaß sie nur einen verhältnismäßig kleinen Raum in der Ruhe einnehmen. Der Kopf der Käfer ist frei beweglich, trägt zusammengesetzte, oft ausgerandete oder geteilte Augen, die bei manchen unterirdischen Gattungen fehlen, keine Nebenaugen, meist elfgliederige Mond von sehr verschiedener Form und beißende Mundteile mit Kiefer⸗ und Lippentastern. Der erste Brustring Prothorax) ist frei und meist stark entwickelt, oft mit Dornen bewaffnet; die mit Krallen bewaffneten und oft verschieden gestalteten Füße haben meist fünf, seltener vier oder drei Glieder an der Fußwurzel (tarsus). Die Verwandlung ist vollkommen; die mit einem hornigen Kopf, drei Fußpaaren versehenen oder ganz Pnamer Larven leben meist verborgen in Erde, flanzen u. s. w. und sind gewöhnlich farblos; die ruhenden Puppen lassen alle Gliedmaßen frei sehen. Die meisten Käfer sind der menschlichen Okonomie schädlich; nur unter den fleischfressenden gibt es einige Arten, welche durch Zerstörung anderer In⸗ + Schnecken und Würmer nützlich werden. Für ie Einteilung der etwa 80000 Arten zählenden Ordnung der Käfer sind die Zahl der Fußglieder, die Bildung der Fühler und der Mundteile maßgebend. Man unterscheidet gewöhnlich vier Hauptruppen: Fünfzeher (Pentamera) mit fünf Tarsalgliedern wozu die meisten Sippen gehören; Verschiedenzeher (Heteromera) mit fünf Tarsalgliedern an den vordern, vier an den beiden hinteren Fußpaaren (Schwarzkäfer, span. Tarsal. u. s. w.); Vierzeher (Tetramera) mit vier Tarsalgliedern, wozu namentlich die I Borken⸗, Bock- und Blattkäfer gehören, und endlich die nur aus den mißt, sind unter K aufzusuchen. Marienkäfern bestehende Gruppe der Dreizeher (Trimera) mit drei eetedindtznn ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 495Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6