FeedHymenoptéren (Hymenoptéra)
TierreichBrockhaus 1882

Hymenoptéren (Hymenoptéra), Hautflügler oder Aderflügler, eine sehr umfassende Ordnung der Waant⸗, zu welcher die Bienen und Ameisen, die Blatt⸗, Holz⸗, Raub⸗ und Schlupfwespen gehören. Sie sind von sehr verschiedener Größe (von ½ Linie, wie das Geschlecht Mymar, bis zu mehrern Zollen), besitzen vier scheinbar nackte, mit wenigen astförmig verzweigten Adern durchzogene Flügel, welche nur sehr selten fehlen, und von denen die Vorderflügel länger und breiter sind. Die Mundteile sind kauend, die Oberkiefer namentlich stets stark entwickelt und meist mit Zähnelungen versehen. Durch Verlängerung der gegliederten Unterlippe und Zunge können viele auch saugen oder vielmehr Säfte schlappen. Der Brustkasten ist mit harter Horndecke versehen. hab Verwandlung ist eine vollkommene. Meist haben sie nur eine Generation, manche Blattwespen eine doppelte, und während manche Ichneumonen nur zwei bis drei Wochen zu ihrer Entwickelung brauchen, dauert diese bei den Holzwespen zwei lachel Die Weibchen besitzen entweder einen Legestachel (Bohrer), mit dem sie die Oberhaut der Tiere und Pflanzen durchstechen oder durchsägen, um ihre Eier hineinzulegen, oder sie sind (wie Bienen, Wespen) mit einem verborgenen Wehrstachel versehen, mit dem sie sehr empfindlich stechen können, indem durch den Stachel aus einem mit demselben in Verbindung stehenden Bläschen —. ein ätzender Saft in die Wunde gebracht wird. Die H. haben einen bewundernswürdigen Instinkt und gutgeordneten Haushalt, zu welchem sich öfters viele verbinden, und wo häufig die Einrichtung besteht, daß bei den meisten Weibchen, den Arbeiterinnen, die Geschlechtsteile verkümmern. Manche von ihnen bringen allerdings Schaden, so die Ameisen und die meisten Wespen; andere bringen indessen auch Nutzen, so die Honigbiene durch Honig und Wachs, die Eichengallwespe durch Galläpfel, die Ichneumonen oder Schlupfwespen durch Vertilgung vieler schädlicher Insekten. Die Larven der H. sind gewöhnlich fußlos, weiß und weich, selten gefärbt und mit 6, 8 oder 18—22 Füßen versehen. Die Larven der Ameisen, Hummein, Bienen und Wespen hausen in künstlichen Wohnungen, aus sehr verschiedenartigen Materialien bereitet; die Larven der Raubwespen leben von tierischen und vegetabilischen Stoffen die der Gallwespen in Pflanzengallen, die der Holzwespen im Kerne des Holzes, die der Blattwespen frei auf Pflanzenblättern, die der Schlupfwespen im Innern anderer Insekten, vorzüglich der Raupen. Man schätzt die Zahl der bekannten H. auf 15000, was gewiß nur ein geringer Bruchteil der lebenden ist; kennt man doch aus England, das eine der kleinsten, aber allerdings am besten durchforschten Faunen Europas hat, allein schon gegen 1200 Arten Glanzwespen (Chalcididae). Wir teilen die H. in drei große Gruppen: 1) Hymenoptera aculeata, stacheltragende Hautflügler, Weibchen (und Arbeiter) mit Stachel und Giftapparat, bauen meist Zellen und Nester, um in denselben ihre after- und fußlosen Larven aufzufüttern. Hierher gehören die Bienen, Wespen und Ameisen. (S. die betreffenden Artikel.) 2) Hymenoptera entomophaga, insektenfressende H., Weibchen mit einem Legebohrer, die Eier werden an und in Eier, Larven und Puppen anderer Gliedertiere gelegt, in denen schmarotzend sie sich entwickeln; nur die Gallwespen (s. d.) machen hiervon eine Ausnahme. Die übrigen sog. Schlupfwespen (s. d.) werden durch Vertilgung einer unglaublichen Masse schädlicher Insekten sehr Lennez 3) Hymenopteraphytophaga, yflanzenfressende H., Weibchen mit sägeartigem Legebohrer, die Larven von Gestalt und Farbe der Raupen, aber mit zahlreichern, 18 —22 Bauchfüßen (sog. Afterraupen), sind pflanzenfressend und ihr Darmkanal endigt in einem After. Hierher gehören die Blatt- und Holzwespen. (S. die eigenen Artikel.) SHymettos, ein schon im Altertum durch seine Bienenkräuter und den trefflichen blaugrauen Marmor berühmter Bergrücken in Attika, jetzt Trelowund, liegt südöstlich von Athen, nimmt seine Richtung von Süden nach Norden und erreicht eine Höhe von 1027 m. Der hier gewonnene, überaus wohlschmeckende Honig, der den Alten für eine besondere Quelle des Reichtums galt, hat bis jetzt seinen Ruhm behauptet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 503Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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